Grotto Baldoria

 

Am Wochenende waren der Herr des Hauses und ich in Ascona, im Tessin. Und das kam so:

Seit ein paar Jahren sind wir als ganze Familie jeweils über das verlängerte Auffahrt/Himmelfahrt-Wochenende mit 2-4 anderen Familien zusammen unterwegs. Wir mieten eine grössere Hütte und wandern, kochen gemeinsam oder grillen im Wald, die Kinder haben viel Spass miteinander.

Seit ca. 2 Jahren fährt Sohn 1 nicht mehr mit und geniesst es, das Haus für sich zu haben. Also sturmfrei…..

In diesem Jahr nun sollte es zum ersten mal keine Familienausflüge mehr geben, weil inzwischen auch Sohn 2 und die anderen Kinder der anderen Familien nicht mehr mitfahren wollten. Also endet hiermit die Tradition dieser Familien-Kurzferien.

Allerdings hatte sich nicht nur Sohn 1 bereits an die sturmfreie Bude gewöhnt sondern auch seine Freunde, die mit ihm in den letzten beiden Jahren hier immer ein Grillfest (und was nicht sonst noch so….) veranstaltet hatten.

Er fragte uns also vorsichtig, ob wir nicht trotzdem irgendwo hin fahren wollten, er habe schon Anfragen bekommen, ob denn bei ihm wieder sturmfrei wäre….

Tja, wir wurden sozusagen rausgeschmissen. 🙂

Sohn 3 quartierten wir bei einem Freund ein, wo er übernachten konnte. Sohn 2 wurde von Sohn 1 als gleichberechtigt anerkannt und „durfte“ bleiben. 🙂

So machten wir uns also am Samstag Morgen in aller Frühe (alle drei Jungs schliefen noch) auf den Weg zum Bahnhof und fuhren fast 4 Stunden runter ins Tessin.

Wir hatten ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht, direkt am See, aber so minimalistisch, dass es preislich für uns noch im Rahmen war. Wir wollten dort ja nur schlafen, also waren unsere Ansprüche nicht so hoch. Es war aber tiptop in Ordnung, das Personal sehr freundlich, auch das Frühstück völlig ausreichend. Wir hatten es echt gut.

Wir latschten relativ viel durch den Ort, fuhren noch mit einem Bähnli auf einen Berg Hügel hoch und besichtigten ein altes Kloster.

Für den Abend suchten wir ein kleines Restaurant und der Herr des Hauses fand eine Empfehlung im Internet.

Völlig ahnungslos gingen wir hin. In die Grotto Baldoria.

Schon von Weitem hören wir das Geklapper von Besteck und Geschirr. Wir hoffen, dass es nicht so voll ist und wir noch ein Plätzchen bekommen, immerhin sind wir ja nur zu zweit.

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Ja, tatsächlich, es ist schon sehr voll, dabei ist es erst so Viertel nach sieben oder so. Wir sitzen zu zweit an einem Tisch, an dem auch sechs Leute Platz hätten, aber mal abwarten.

Kaum sitzen wir, kommt schon eine Kellnerin und fragt, was wir trinken möchten. Wir sagen „Wasser und einen Weisswein. Einen halben Liter.“ Sie fragt noch, ob das Wasser mit oder ohne Kohlensäure, dann ist sie schon wieder weg.

Sie kommt mit den Getränken zurück und diesem riesigen Brett mit Salami und einem sehr, sehr scharfen Messer. Dazu gibt es einen Korb mit Brot.

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Das Messer ist fantastisch und ich schneide hauchdünne Scheibchen von der Salami ab. Mega lecker!!!

Während wir noch an der Salami knabbern kommt die Kellnerin schon mit einem neuen Teller. Und wenn man sich so umschaut, sieht man, dass an allen Tischen dasselbe passiert. Alle haben ein Brett mit Salami und diesen Salat auf den Tischen.

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Aha, das ist also das Konzept. Es gibt keine Karte, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und alle bekommen dasselbe Essen.

Inzwischen werden zuerst ein Pärchen und ein paar Minuten später noch zwei junge Frauen zu uns an den Tisch platziert. Man stellt sich vor, prostet sich mit dem Wein zu und auch die anderen Vier bekommen ihre Salami, den Salat und Brot.

Nach der Salami und dem Salat kommt noch eine Platte mit hauchdünn geschnittener Zunge. Wenn man es nicht weiss, kann man es durchaus essen. Schmeckt gar nicht so schlecht. 🙂

Nun sind wir sechs am Tisch synchron, obwohl wir gar nicht zur gleichen Zeit gekommen sind, aber das haben sie phänomenal im Griff. Irgendwie scheint das gesamte Restaurant synchron zu sein. Es öffnet um 19:00 Uhr und dann fangen sie mit Salami und Salat an und wer zuerst da war, wartet jetzt ein bisschen auf die anderen und am Ende sind alle auf dem selben Stand.

Bereit für die Nudeln. Die kommen einfach wie bei Mama in einer grossen Schüssel an den Tisch geliefert und man hält seinen Teller hin (den selben von Anfang an) und bekommt eine Portion geschöpft.

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Hinter dem Kellner läuft eine weitere Kellnerin mit einer Tüte Parmesan-Käse, den sie auf Wunsch auch direkt auf den Teller streut. Alle bekommen den Käse aus der Tüte direkt auf den Teller. Sehr effizient das Ganze.

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Soweit ich es erkennen kann, gibt es keinen Nachschlag, denn der mit der Schüssel kommt kein zweites mal herum. Dafür kommt jetzt wieder eine Kellnerin, nimmt in jede Hand einen Teller, läuft damit in die Küche und kommt mit dem selben Teller wieder zurück. Darauf eine kleine Portion Polenta mit etwas Fleisch und Sauce. (das sah nicht so fotogen aus, daher hier ohne Bild) Kein Gemüse, keine Beilagen, nur Polenta mit Fleisch und Sauce. Aber sehr lecker!!

Danach geht, ähnlich der Salami-Platte, eine Käseplatte herum. Diesmal mit frischen Brettchen statt Tellern. Man schneidet sich vom Käse ab, soviel man mag, reicht das Brett weiter, gern auch an den Nachbartisch.

Inzwischen ist man auch mit den anderen ein bisschen ins Gespräch gekommen, vielleicht auch weil wir alle nochmal Wein nachbestellt haben.

Der Käse wird abgeräumt, ein grosses Blech mit Kuchen wird nun herumgereicht, der schon in keine Vierecke geschnitten ist, sodass man sich einfach ein oder zwei Stück nehmen kann.

Dazu gibt es, wer möchte, noch einen Espresso. Dieser wird zusammen mit ein paar Schnapsgläsern gebracht, denn der darf natürlich auch nicht fehlen.

 

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Auch hier bleiben sie ihrem Konzept der Einfachheit treu und stellen einfach 3 Flaschen Schnaps auf den Tisch. Einen Grappa, einen Limoncello und einen Nuss-Schnaps.

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Und nun kann man einfach einschenken. Mal alles durchprobieren oder bei einem bleiben oder was auch immer. Zu viel sollte man nicht trinken, sonst weiss man am Ende bei der Abrechnung nicht mehr, wieviele Schnäpse man denn nun hatte…. (ging unseren jungen Gästen am Tisch so…)

Ich habe den sehr leckeren Limoncello und einen Grappa probiert. Bin ja sonst nicht so der Schnapstrinker, aber hier passte es als Abschluss eines schönen Abends schon irgendwie rein.

Dann kommt die Kellnerin wieder an den Tisch, man stellt alle Flaschen (Wein und Wasser), die man bestellt hatte zusammen und sie rechnet mit einem kleinen Taschenrechner mit Papierrolle zusammen, was das dann alles so kostet. In der Hand ein dickes Bündel mit Geldscheinen, die sie schon einkassiert hat. So hat sie das Wechselgeld grad parat.

„und wieviele Schnäpse hattet ihr?“

Uns hat der Abend erstaunlicherweise nur 70.- Franken gekostet, was man sonst in einem Restaurant locker für eine Person alleine ausgeben kann. Das Essen hat geschmeckt, es war genug, um satt zu werden und die Stimmung und die Atmosphäre waren sehr schön.

Falls also mal jemand in Ascona sein sollte, kann ich dieses Erlebnis nur empfehlen!!

Den Abend liessen wir am See ausklingen und fielen dann müde in die Hotelbetten.

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Am Sonntag besuchten wir noch einen Markt im nahen Italien und machten uns dann schon wieder auf den Heimweg.

Die Jungs haben wunderbar ohne uns überlebt (grosse Kinder sind echt cool!!), das Haus steht noch, die Katzen sind nicht verhungert, alles bestens! 🙂

 

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im Schnee

Inzwischen ist ja schon alles wieder weg, aber ich wollte diese schönen Bilder vom Schnee trotzdem noch zeigen. Und erst heute habe ich mal wieder Lust Zeit zu bloggen.

Es war vorletzten Sonntag, die Jungs konnte ich nicht überzeugen und der Herr des Hauses war anderweitig beschäftigt.

Also machte ich mich mutterseelenallein auf den Weg in die Landschaft. Es hat ja schon viele Vorteile, wenn man so mehr oder weniger direkt auf dem Land lebt. Man muss einfach nur vor die Tür gehen und schon ist es so schön. 🙂

 

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Ich war sowohl im Wald als auch auf den Feldern unterwegs. Im Wald ist es total mucksmäuschenstill. Das ist faszinierend. Man hört nur den eigenen Atem und seine Schritte. Ich mag das. Da es aber wirklich ein wunderschöner Tag war, war ich letztendlich doch nicht so allein. Immer nur kurz währte die Ruhe im Wald, dann kamen schon wieder Spaziergänger vorbei und knirschten mit ihren Schuhen im Schnee.

Und ich hätte die Kamera auch auf schwarz/weiss stellen können, es hätte gar keinen Unterschied gemacht. Es gab keine Farben auf der Welt an diesem Tag.

 

Schön war’s.

Und jetzt ist es auch wieder schön, weil die Sonne rauskommt, der Garten aufwacht, die Kübel auf Bepflanzung warten und, und, und.

Eine schöne Woche wünsche ich euch.

Ski heil

Wir waren ein paar Tage Ski fahren, denn hier sind gerade Fasnachtsferien und da bietet es sich ja an, ein bisschen wegzufahren, wenn man nicht gerade ein total fanatischer Basler Fasnächtler ist.

Wir waren in Arosa, das liegt im Kanton Graubünden und da spricht man teilweise einen interessanten Dialekt. 🙂

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Wir hatten Unmengen von Schnee, was man vielleicht auf dem Dach des Hauses unten erkennen kann, wenn man nicht zu sehr von diesem eindrücklichen Sonnen-Wolken-Arrangement abgelenkt ist.

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Blick vom Balkon

 

Unsere Unterkunft war, sagen wir mal, …… preisgünstig. Wir waren schon letztes Jahr dort und das Angebot ist wirklich sehr gut. Zu fünft haben wir etwas weniger als. 3.000.- Franken für 2 Zimmer, Halbpension, 5 Tage Skipass und Skischule bezahlt. Wobei die Skischule nur Sohn 3 an einem Morgen genutzt hat. Es ist eben mit drin, aber wir nutzen es nicht alle. (für Schweizer Verhältnisse ist das günstig!! 🙂 )

Für diesen Preis erwartet einen allerdings eine gewisse Schlichtheit und – das ist sehr wichtig zu wissen: man muss auch Schulklassen als Mit-Gäste aushalten können.

Es ist im Grunde wie eine Art Jugendherberge mit 2-6-Bett-Zimmern, riesigem Speisesaal, Duschen und Toiletten teilweise auf dem Gang (wenn man rechtzeitig bucht, auch im Zimmer möglich). Die Zimmer sind praktisch und einfach eingerichtet, es gibt grössere und kleinere, aber letztendlich braucht man die Zimmer normalerweise ja nur zum Schlafen.

Das Frühstücksbuffet besteht aus geschnittenem Brot, Butter/Margarine 2 Sorten Marmelade, Kaffee, Tee, Orangen- oder Apfelsaft, Milch, Frühstücksflocken, Joghurt aus einer grossen Schüssel, Wurst und Käse. Einfach, aber man kann sich satt essen.

Abends gibt es Tellerservice, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. 🙂 Einzige Alternative: Das Vegi-Menu. Das Essen ist aber so schlecht nicht, es gibt immer eine Suppe, ein Hauptgericht, ein grosses Salatbuffet und Dessert, und nach einem langen Ski-Tag isst man eigentlich sowieso alles. 🙂

Dieses Jahr hatten wir einfach ein bisschen Pech, dass sich gleichzeitig mit uns 3 Schulklassen dort eingemietet hatten, sodass wir eigentlich in dem Moment, wo wir unsere Zimmer verliessen, immer in eine Horde Kinder gerieten, die entweder gerade zum Essen gingen rannten, LAUT schreiend rasten, oder dort bereits LAUT miteinander redeten, während sie schon assen, oder alle miteinander LAUT aus dem Speisesaal zurück in die Gänge pilgerten. Ausserdem tobten sie immer irgendwo LAUT über die Gänge, rannten die Treppen rauf und runter oder spielten LAUT Verstecken im ganzen Haus.

Es war unglaublich LAUT und das über einen längeren Zeitraum. Für mich sehr, sehr anstrengend! Ihr merkt vermutlich schon, ich habe es lieber etwas ruhiger….

Also verschoben wir unser Frühstück von anfangs 8:00 Uhr auf 9:00 Uhr und da waren dann alle Kinder bereits wieder dabei ihre Sachen für die Piste zu packen und wir konnten in Ruhe frühstücken. Abends warteten wir ebenfalls bis alle draussen waren, allerdings blieb uns dann oft nur eine halbe Stunde zum essen, weil um 20:00 Uhr der Saal wieder für Film gucken, Spieleabend oder sonst etwas von den Klassen gebraucht wurde und die Kinder bereits 10 min. vorher vor der Tür warteten und sich schubsten und – na? …. LAUT waren. 🙂

OK, genug genörgelt!

Das Skifahren war natürlich toll! Ich fahre gerne, aber langsam und vorsichtig, bin nicht gestürzt oder umgefahren worden und konnte den Schnee und das wunderbare Wetter darum sehr geniessen. Die anderen haben auch immer schön auf mich gewartet.

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Meistens liessen wir die Jungs alleine fahren und machten einmal gemeinsam eine Mittagspause und dann einen letzten Stop in einer Hütte, bevor wir wieder zu unserer Unterkunft fuhren, die zum Glück direkt von der Piste aus erreichbar war. Also nicht noch lange mit einem Bus fahren oder laufen oder so.

Wir waren mit unseren Nachbarn (Mutter und 3 Jungs) und ab Mittwoch noch mit einer anderen Familie aus unserem Dorf (Eltern und 2 Jungs) dort, so dass wir alle zusammen 13 Leute waren, wovon 10 Personen männlichen Geschlechts….. wir drei Mütter waren also doch sehr deutlich in der Unterzahl.

Hier sieht man 7 von den 8 Teenagern im Alter zwischen 13 und 19. Unter ihnen geht es übrigens einfach so runter…. waaaaahhhh  🙂

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Der höchste Punkt unsers Skigebietes war das Weisshorn mit 2653m Höhe. Da hat man schon eine klasse Aussicht über die Gipfel rundherum. Und dort sitzen sie, die Jungs.

Ja, und gestern Abend sind wir dann alle todmüde ins Auto gestiegen und mussten noch ca. 3 Stunden nach Hause fahren. Aber auch das haben wir geschafft und können nun das Wochenende geniessen, bevor die Schule und die Arbeit wieder losgeht.

Geniessen = Koffer auspacken, Wäsche waschen, einkaufen….. 🙂

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! 🙂

London

 

So, nun sind wir schon wieder zurück aus London und ich werde mal ein bisschen berichten, wie es so war.

Über Airbnb hatten wir uns zu neunt ein kleines (sehr kleines) Häuschen gemietet. In „Wood Green“. Das ist nicht gerade das beste Quartier, aber für uns und die 5 Tage reichte es.

Diese Häuser sind sehr schmal und erinnern sehr an Harry Potter. 🙂

Dort, wo Harry anfangs „wohnte“, in dem Kämmerlein unter der Treppe war ein WC eingebaut. Ich glaube, mein Zimmer war das, wo Harry später dann wohnen durfte. 🙂

Das ist der Blick vom Garten aus. Der Erker gehört zur Küche, die grad von Wand zu Wand geht. Hinten dran ist ein Flur (ca. 50cm breit) und die Treppe nach oben. Ausserdem noch ein Zimmer, das normalerweise wohl das Wohnzimmer sein müsste, zur Strasse raus. Dieses Zimmer wurde zu einem Schlafzimmer umfunktioniert, denn dieses Haus hatte kein Wohnzimmer. Nur Schlafzimmer. 🙂 Sonst wären auch nicht 9 Leute da reingegangen.

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Diese neun Leute brauchten Strom. Viel Strom….. 🙂

Zum Glück hatten wir diesen einen(!) Adapter von meiner englischen Nachbarin….

Der Kabelsalat beginnt unten an der Steckdose und arbeitet sich dann stetig nach oben, wo er sich in mindestens 7 iPhone-Stecker verzweigt….

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Der Garten war sehr gepflegt…. 🙂

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Durch diesen Spalt rechts kam eines Morgens, als ich mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse sass, ein Fuchs gelaufen. Er versuchte dann hinten in den Brennnesseln über den Zaun zu springen und schaffte es sogar schon beim zweiten Versuch.

Nach dem ersten gescheiterten Versuch, hockte er im Busch und starrte mich an. Dann nahm er nochmal Anlauf und hockte oben auf dem Zaun. Und dann war er weg.

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Wir latschten jeden Tag so ca. 20.000 Schritte durch die Stadt. Mit 9 Leuten (3 Erwachsenen und 6 Teenagern) ist das nicht immer so lustig. Nicht alle wollen das gleiche, nicht alle laufen gleich schnell, nicht alle wollen gleich lange irgendwo verweilen, nicht alle wollen im gleichen Restaurant essen.

Trotzdem haben wir die Tage alle einigermassen ohne Streit und zu viel Stress überstanden.

Der running gag am Ende der Reise war: „Wo ist eigentlich der Herr des Hauses?“ (er hat immer so ein bisschen sein eigenes Ding gemacht und war dann plötzlich verschwunden oder woanders als wir anderen 8, aber wir haben ihn letztendlich immer wieder gefunden.)

Und hier noch ein paar Eindrücke aus der Stadt:

Manche Häuser sind so hoch, dass ein Kran einfach in der Mitte eingebaut wird.

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Die Brücken sind extrem gesichert. Nicht nur an den Seiten neben der Fahrbahn, auch am Anfang und Ende sind überall meterdicke Beton- oder Metallklötze platziert.

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Für die Meeedchen gibt’s rosa Taxis mit Einhörnern drauf.

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Dies ist das derzeit höchste Haus in Europa soweit ich weiss. Das Shard.

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Joa, ist schon ganz schön hoch….

Links sieht man das Riesenrad, das London Eye. Da waren wir aber nicht drauf, denn das hätte uns vermutlich finanziell ruiniert.

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An diesen Bahnhof sind wir natürlich auch gefahren, natürlich nicht nur an diesen, denn wir sind ziemlich viel mit der U-Bahn gefahren.

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Und dann ist da natürlich auch noch das ganz besondere Gleis 9 3/4. Das musste ich so komisch fotografieren, weil unten dran eine riesige Touristen-Foto-Session stattfand und ich die ganzen Leute nicht auf dem Bild haben wollte. 🙂

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Tja, und nach 5 Tagen Lärm, Dreck, Himmel und Menschen und so einer ganz kleinen latenten Terrorangst im Hinterkopf ging es dann mit nur 30 min. Verspätung wieder Richtung Basel.

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Fazit:

Da ich ja nun in Berlin aufgewachsen bin, auch schon 3 oder 4 mal in London war, auch schon in Paris und New York, kann ich für mich selber sagen: Grossstadt muss ich nicht unbedingt so bald wieder haben. Oder zumindest nicht dort, wo diese vielen Touristen herumrennen.

Ich liebe es sehr, in unserem kleinen Dorf in meinem Garten oder auch in einem ruhigen Stadtteil von Berlin mit einer lieben Freundin einen Kaffee zu trinken.

Ich liebe es nicht so sehr, in einer stickigen, stinkenden, überfüllten U-Bahn zu stehen oder zu sitzen und immer einem gewissen Lärm ausgesetzt zu sein. Wenn man nur ein paar Tage als Tourist in eine grosse Stadt kommt, kann es meiner Meinung nach nicht wirklich schön sein.

Die Minuten morgens, wenn alle noch schliefen und ich mit dem Kaffee im Garten in London sass, sogar einen Fuchs beobachten konnte und Elstern, die sich im Baum stritten, diese Minuten habe ich sehr genossen.

selbständig werden

Seit der Geburt sozusagen, sind Sohn 3 und der Nachbarsohn Freunde. 🙂

Und sobald sie alt genug waren, hatten sie grossen Spass zusammen in unserer Hängematte. Sie schaukelten, spielten Seeräuber, versuchten sich gegenseitig aus der Hängematte zu werfen, lagen auch manchmal nur so da und genossen die Sonne und dass sie keine Schule oder Hausaufgaben oder sonstiges Unangenehmes hatten.

Nun sind sie beide schon etwas älter (13 und fast 13) und auch schwerer…..

Und – irgendwann musste es so kommen –  als sie heute mal wieder in der Hängematte chillen wollten, machte es „Rrrrratsch“ und die zugegebenermassen schon etwas ältere und auch schon lädierte Hängematte war kaputt.

Was nun?

Nach kurzer Beratung, holten sie beide ein bisschen Geld, suchten im Internet nach einer Hängematte und fanden tatsächlich eine für nur 19.90 in der Sportabteilung unseres Haus und Hof Supermarktes.

Sie hatten ein 6-Fahrten-Ticket dabei und machten sich also auf den Weg.

Zum Supermarkt sind es nur ein paar Stationen mit unserem Bus, ohne umsteigen oder sonstige Komplikationen.

Aber es wäre ja zu schön gewesen so einfach. Die Sportabteilung hatte diese Hängematte nicht vorrätig. (hätten sie im Internet schon checken können, aber naja….) Ich hatte ihnen noch zuhause gesagt, dass es eine grössere Filiale dieser Sportabteilung im Dreispitz (so heisst die Ecke, wo der Laden ist) gäbe, falls sie keine Hängematte finden würden.

Und schon bekomme ich eine erste WhatsApp Meldung.

„Mama, wie kommen wir jetzt von hier zum Dreispitz?“

Zum Glück bin ich ja immer und überall erreichbar. 🙂

„Ihr fahrt mit dem Bus weiter zur Station XY, dann mit dem Tram 8 bis zum Bahnhof und vor dort wieder mit dem Tram 10 Richtung bla oder 11 Richtung blub bis zum Dreispitz.“

„ok“

Hm, das klingt ja mal gut. Aber es dauert nicht lange, da kommt die nächste WA:

„Tram 10 in welche Richtung?“

hatte ich doch geschrieben, aber ok. Ich sage ihnen die Richtung und frage kurz darauf, ob sie angekommen sind.

„noch nicht, aber bald.“

Wieder ein paar Minuten später.

„wir sind jetzt da, aber wo ist das Sportgeschäft?“

„wo genau seid ihr?“

„Dreispitz“

nun muss man wissen, das Dreispitz ein relativ grosses Gebiet ist….. ich war mir nicht mehr so sicher, ob sie sich am richtigen Ort befinden und schreibe, dass ich mal genau auf dem Plan gucke.

hupsi, stelle ich fest, die Station heisst gar nicht „Dreispitz“ sondern „M-Park“….. lalala….. ich informiere die Jungs, aber sie sind eigentlich (!?!) nur eine Station entfernt.

Sie sollen eine Station zurücklaufen.

„wie?“

???? na wie denn? Zu Fuss? Immer den Gleisen nach…..

„wir sind noch im Atleticum.“

Das ist – nur so zur Information – nicht das Sportgeschäft, in das sie gehen wollten, sondern ein komplett anderes und auch an einem komplett anderen Ort…..

Ich schicke sie erneut ins Tram 10 und sage, sie sollen bis zur Station M-Park fahren.

Nach ein paar Minuten….

„und jetzt in dem M-Park?“

„seid ihr schon drin?“

„davor“

oh man. Vielleicht mal reingehen? Ein bisschen gucken? Oder mal Leute fragen? Notfalls….

Bis zur nächsten Nachricht vergeht etwas mehr Zeit. Offenbar waren sie erfolgreich.

Und tatsächlich:

„Wir haben sie!!. Kannst du uns abholen???“ „Bitteeeee“ „Maamaaa“ „Hilfeeee“

🙂

Nein, ich kann sie leider nicht abholen, denn ich muss in 25 min. selber los. Tut mir echt leid….

Ich hoffe, sie haben noch genug Fahrten auf ihrem 6er Ticket nach dieser Odyssee…..

Trotzdem bin ich sehr stolz auf die beiden, dass sie es geschafft haben als „Dorfjungs“ im sozusagen Grossstadtdschungel von Basel zu überleben. 🙂

Und ihre Beute haben sie ja auch noch bekommen.

Gut gemacht Jungs!!

🙂

 

P.S.: was haben wir nur damals gemacht, als es WhatsApp und das alles noch gar nicht gegeben hat????? Da bin ich doch auch nicht alle paar Minuten in eine Telefonzelle gerannt, um Mama anzurufen???

ich war im Ausgang

 

ja, so sagt man das auf Schweizerdeutsch.

„ich war gestern im Ausgang.“ („ich war aus.“  ist ja auf Deutsch eigentlich auch nicht besser. Dann doch lieber im Ausgang, als grad ganz aus …. 😉 )

Eine Kollegin machte einen kleinen Abschiedsumtrunk, allerdings konnte sie aus Gründen nicht einladen und so mussten wir für unsere Getränke selber zahlen. Aber es ging ja auch hauptsächlich um den Abschied und nicht um’s finanzielle.

Eine andere Kollegin hatte einen Gutschein, mit dem man 2 Getränke zum halben Preis haben konnte. Allerdings Cocktails nur ohne Alkohol.

Na, das macht ja nichts. Halber Preis ist doch sehr verlockend und so gönnten wir uns jeweils irgendsoein Kokosnuss-Erdbeer-Trallala-Teil.

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Trotz halben Preis kostete das Teil noch 6 Franken (also ca. 5.50€).

Später wollte ich aber doch noch was Alkoholisches trinken und bestellte mir einen „White Russian“.

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White Russian im Martini-Glas….

Süss, so ein kleines Gläschen ……

….

….

…. für sage und schreibe 17 (siebzehn!!!!!) Franken. Das könnt ihr euch in Euro selber ausrechnen. Vermutlich zahlt man die Aussicht mit. (und jetzt weiss ich auch, warum die Kollegin nicht alle einladen wollte…. 🙂 )

Immerhin gab’s die Chips und Erdnüsschen gratis dazu. 🙂

 

Ich habe ja noch gar nicht geschrieben, wo wir waren:

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Super Handy-Foto, durch die Scheibe mit Licht von innen und Spiegelungen ohne Ende.

Wir waren in der 31. Etage des Basler Messeturms. Dort gibt es eine Bar. Die Bar Rouge.

Die Aussicht war wirklich fantastisch, auch wenn das auf dem verwackelten Foto so überhaupt gar nicht zur Geltung kommt. Basel By Night von oben. Sehr schön. 🙂

Eine Wiederholung wird es aber vermutlich nicht geben, denn die Preise sind mir echt zu jenseits. Trotzdem war es natürlich ein schöner Abend, das hat ja mit dem Geld nichts zu tun.

 

ein Winterspaziergang

Einmal pro Woche gehe ich zum Nordic Walken und freue mich nicht nur über die ausreichende Bewegung und die frische Luft sondern auch über die wunderschöne Landschaft, die bei mir direkt vor der Haustür liegt. Ich falle sozusagen aus der Tür in den Wald oder auf die Felder. Je nachdem in welche Richtung ich falle. 🙂

Da ich aber beim Walken nicht meine fette Kamera herumschleppe, musste ich heute unbedingt noch mal los, um diese schöne Stimmung am Morgen, wenn gerade die Sonne aufgeht und der Frost noch an den Pflanzen hängt, einzufangen.

Es sind ein paar schöne Fotos dabei entstanden, die ich euch hier gerne zeigen möchte. So könnt ihr immerhin virtuell diesen Spaziergang durch den Morgen miterleben. 🙂

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