der Tag beginnt stressfrei

wir schlafen ganz relaxt und gewellnesst bis ca. halb acht. Dadurch stellt sich heute gar nicht die Frage, ob wir zuerst frühstücken oder zuerst Sport machen.

Heute ist es zwar bedeckt, aber noch irgendwie restwarm von gestern, sodass wir sogar auf der Terrasse essen können.

Es ist unser Abreisetag, also packen wir nach dem Frühstück alles zusammen, ziehen unsere Wandersachen an und räumen die Koffer und Taschen und restlichen Schuhe ins Auto, das wir noch auf dem Hotelparkplatz stehen lassen.

Der Plan ist, heute ein bisschen höher hinaus zu einem Berggasthaus zu laufen.

Wir kommen von Weggis und wollen zur Räb-Alp, die hier noch gar nicht auf dem Wegweiser steht. Zum Glück haben wir aber Phones mit Google-Map und finden auch so den Weg nach oben.

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Zur Stärkung unterwegs probieren wir dieses Vitamin-Wasser, das wir unten am See in einer Bäckerei gekauft haben. Meins hat Rhabarbergeschmack und ich finde es sehr lecker und erfrischend.

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Wenn man aufmerksam läuft, kann man nicht nur viele schöne Pflanzen und Blumen und Vögel und Schmetterlinge entdecken sondern, wenn man Glück hat, sogar eine minikleine Schlange. Die war nicht viel länger als meine Hand.

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Die Aussicht runter auf den Vierwaldstättersee ist fantastisch und so fällt das Laufen (zumindest mir) überhaupt nicht schwer. Der Herr des Hauses schwächelt ein wenig, kommt mir aber, nach ein paar Verschnaufpausen, schlussendlich doch noch hinterher. Jetzt hat er Pläne zur Verbesserung seiner Fitness…. da hab ich nichts dagegen… 🙂

Nun sind es nur noch 15 min. gemäss Schild und tatsächlich sehen wir ein Stück weiter oben schon die Hütte und die Vorfreude auf ein kühles Getränk und eine Kleinigkeit zu essen, mobilisiert auch beim Herrn des Hauses noch die letzten Kräfte. 🙂

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Endlich oben!!!

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Wir trinken beide einen halben Liter Rivella, bzw. Apfelschorle (kein Alkohol heute, wir müssen  ja später noch nach Hause fahren). Auf der Karte machen uns die Fleisch- oder Käseplatten an und wir bestellen jeweils eine davon.

Hui, das ist ganz schön viel….

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Da der Herr des Hauses Käse nicht gern hat (ausser Mozzarella), habe ich das rechte Brett ganz für mich. Und – oh je, das darf ich gar nicht sagen – ich esse das tatsächlich alles auf ! Ist aber auch extrem lecker, dieser Käse!

Beim linken Teller helfe ich auch noch ein bisschen mit, aber trotzdem schaffen wir es nicht, alles zu essen, es ist einfach zu viel und zu viel Salami und zu wenig Fleisch.

Dann stellen wir uns zwei Liegestühle auf und geniessen noch ein bisschen den Ausblick, möglichst ohne schon an den unweigerlich anstehenden Abstieg zu denken.

Es ist übrigens ein perfektes Traum-Wander-Wetter. Nicht zu heiss und nicht zu kalt, ab und zu Sonne, aber auch immer wieder ein paar Wolken am Himmel.

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Wir planen den Abstieg und laufen prompt am Abzweiger nach unten vorbei, merken es aber zum Glück schon nach vielleicht 500m.

Wir drehen also wieder um und entdecken den Weg nach unten, der wirklich so gut wie gar nicht ausgeschildert ist. Das ist vielleicht auch der Grund, warum wir auf dem kompletten Weg keiner Menschenseele begegnen. Schon merkwürdig irgendwie.

Auf einem Bänkli in der Sonne machen wir eine kleine Rast und ich habe die Idee, ein Foto mit Selbstauslöser zu machen.

Ich platziere das Phone waghalsig auf einem ziemlich dünnen Weidepfosten und löse die Kamera mit meiner AppleWatch aus. Das ist ja mal genial, bis heute wusste ich nicht, dass das geht. Man muss nur aufpassen, dass man dann auf dem Foto nicht auf die Uhr glotzt, sondern fröhlich zum Phone guckt. 🙂

So gegen 16.00 Uhr oder so kommen wir verschwitzt und müde unten wieder beim Auto an. Direkt dort ist ja das See-Freibad und wir gehen da spontan nochmal eine Runde im See schwimmen. Das ist die beste Idee des Tages, das Wasser ist so angenehm kühl und erfrischend nach dieser Wanderung, das tut soooo gut. 🙂

Wir bleiben aber nicht zu lange, denn wir wollen ja heute auch noch nach Hause fahren. Nur einen kleinen Kaffee gönnen wir uns noch, damit ich nicht zu müde werde.

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Wir kommen ohne irgendeinen Stau oder Unfall nach nur ca. 90 min. (das reicht grad für meine Coldplay-Playlist) wieder zuhause an.

Sohn 1 ist schon wieder weg, den haben wir an diesem Wochenende leider gar nicht gesehen 😦

Sohn 3 ist unglücklich, weil es nichts mehr zu essen und zu trinken im Haus hat. Am Samstagabend hatten sie das gemerkt und konnten nichts mehr einkaufen…

Sohn 2 findet das alles nicht so dramatisch, Hauptsache, irgendwas wird heute Abend noch gekocht, ist aber egal, wann.

Ich finde noch TK-Fisch in der Aluschale im Gefrierschrank und mache einen Topf Reis dazu. Improvisation ist angesagt. Nach den Unmengen an Käse muss ich selbst heute gar nichts mehr essen, aber für die Jungs wird es reichen.

Hach, das war ein ganz wunderbares Wochenende mit chillen am Pool, aber auch viel schwimmen und laufen. Es war ein bisschen wie Ferien und kam mir viel länger vor als nur ein Wochenende. Und das ist immer das beste Zeichen dafür, dass etwas gut war. 🙂

Ansonsten wird heute Abend nicht mehr viel passieren, also wünsche ich euch schon mal einen guten Start in die nächste Woche 🙂

der Tag beginnt luxuriös

ich bin so früh wach, dass ich schon einen Bus früher, nämlich den um 7:04 nehmen kann. Sonntags früh um 7:00 Uhr fährt offenbar kein Mensch Bus. Jedenfalls niemand aus unserem Dorf und auch niemand aus dem Nachbardorf.

Mein heutiger Luxus besteht darin, dass ich fast die ganze Fahrt den Bus für mich alleine habe. Als ob ich meinen Privatchauffeur hätte. 🙂

Erst eine Station bevor ich aussteigen muss, das ist dann schon lange in Basel, kommen noch 2 Leute rein. Ich hatte in dieser Situation trotz Maskenpflicht im ÖV keine auf. Und als die beiden anderen kommen, steige ich ja aus.

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Später im Tram zum Bahnhof dann schon, da ist etwas mehr los.

Weil der Bus mehr oder weniger ohne zu halten (der hat mit 100%iger Sicherheit seinen Fahrplan nicht eingehalten) überall durchgefahren ist, bin ich viel zu früh am Bahnhof.

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Der Zug steht aber schon da und wartet, also kann ich schon mal einsteigen, mir ein perfektes Plätzchen suchen, alles ausbreiten, was ich brauche und die Stille geniessen.

 

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Ich fahre bis Bern, wo es doch deutlich voller wird, es ist aber auch schon 9:00 und alle Menschen, die wandern, biken, klettern, was auch immer wollen, sind nun auf den Beinen und fahren in die Berge.

Der nächste Zug lässt auch nicht auf sich warten (im Gegensatz zu ….. hm, sagen wir mal Deutschland, als willkürliches Beispiel… kommen hier die Züge zu 99.9% pünktlich 🙂 ) und so gegen 10:30 bin ich schon in Brig.

Von dort noch mit einer kleinen Regionalbahn bis Mörel, der Talstation zur Riederalp. Kurz überlege ich, einen kleinen Ausflug mit der Bergbahn hoch zu machen, dort einen Kaffee zu trinken und dann erst das Auto zu befreien. Leider habe ich nur ein T-Shirt an und das könnte unter Umständen ziemlich kalt sein dort oben um diese Uhrzeit. Also verwerfe ich diesen Gedanken wieder.

Ich warte bis alle, die mit mir in der Regionalbahn waren, ihre Gondel-Tickets gekauft haben und erkläre dann der Dame am Schalter, dass ich dieses Foto von der Parkkarte hätte, das Original aber leider nicht und was man denn da machen könnte. Ich würde gern jetzt grad das Auto aus dem Parkhaus holen.

Sie schaut auf mein Foto, rechnet die Anzahl Tage aus, die das Auto schon dort steht und sagt, als ob sie das jeden Tag machen würde, „kein Problem, ich drucke Ihnen schnell eine neue Karte aus. Das macht dann 60.- Franken.“

Ja, das ist in etwa der Betrag, den der Herr des Hauses geschätzt hatte für ca. eine Woche parken. Ich überlege, was es wohl gekostet hätte, wenn ich gesagt hätte, ich hätte die Karte verloren.  Aber nun ist es schon zu spät, ich bekomme das neue Ausfahrt-Ticket und mache mich auf die Suche nach dem Auto.

Der Herr des Hauses hatte alles bestens beschrieben und es ist auch kein so riesiges Parkhaus, so dass ich es ganz schnell finde.

Der Schlüssel liegt auf der Windschutzscheibe…. *räusper*…. auch hier wieder mal „ach, in der Schweiz gibt es keine Kriminalität und Autos darf man nicht stehlen, also passiert das auch nicht. Selbst wenn der Schlüssel direkt zum Mitnehmen bereit liegt…“ Eine ganze Woche lang!!!

Dazu muss ich sagen, dass das Parkhaus sehr, sehr schlecht beleuchtet ist und man also den Schlüssel nicht unbedingt sofort sehen kann, wenn man nicht explizit danach sucht.

Na, wie auch immer, ich programmiere das Navi, drehe die Mucke auf und freue mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, dass ich mal wieder eine Tour mit dem Auto machen kann. 🙂

Zwischendrin gibt es eine Tankpause und eine weitere zum checken, wo wir uns dann in der Nähe des Genfersees (Tschuldigung: Lac Léman 😉 ) treffen wollen.

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Nachdem ich mich in der Gegend von Greyerz noch ein bisschen verfahre, weil die Jungs die Pläne geändert haben und ich den Bahnhof nicht finde, kann ich sie aber alle einsammeln und wir zischen grad wieder weiter.

So gegen 14:00 möchte ich dann aber doch langsam etwas essen und auch ein Kaffee wäre gar nicht so schlecht jetzt.

Wir halten also an einer Raststätte, die zufällig wirklich ganz schön gelegen ist, mit Blick auf den Greyerzer See.

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Ich brauche nur einen kleinen Salat, der aber sehr lecker ist, mit sowas wie Bratkartoffeln, Speck, Käse, aber natürlich auch Salat und Tomaten und allem, was sonst so im Salat drin ist.

Sohn 3 nimmt Pommes Frites, der Herr des Hauses und Sohn 2 trinken nur etwas.

Dann noch der langersehnte Espresso und wir können die letzte Etappe nach Hause in Angriff nehmen.

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Ich fahre übrigens unglaublich gern auf Schweizer Autobahnen. Es ist so ein friedliches und entspanntes Fahren! Alle chillen so mit 120 – 130 kmh, keinerlei Aggressivität, ab und zu muss man mal einen Lastwagen oder ein sehr langsames Auto überholen, aber ansonsten fährt man einfach so vor sich hin. Niemals kommt plötzlich mit 180 ein Auto von hinten angerast, dass man gerade noch in letzter Sekunde entdeckt, niemals wird man mit Lichthupe von der Spur gedrängt, niemals klebt einem ein anderes Auto hinten im Kofferraum.

Wer die Gelegenheit hat, sollte es unbedingt mal ausprobieren, ich kann es echt empfehlen !! 🙂

Schon um kurz vor 5 sind wir wieder zuhause. Das Auto steht wieder auf seinem Parkplatz und die Männer haben ihren ganzen Krempel ausgeräumt.

Da, wo wir gegessen hatten, sind 3 von uns noch aufs WC, was 1.- kostet und wir bekommen dafür dann 3 Tickets zu je 1.-, die wir in der Raststätte dann wieder einlösen können. Hier bietet sich eine Käsetheke an, die direkt vor dem Ausgang platziert ist.

Ich kaufe also, wenn wir eh schon in dieser Gegend sind noch ein Stück Käse.

Sohn 2 fragt in nahezu perfektem Französisch die Verkäuferin „Quelle est le best?“

Wir sind uns nicht ganz einig, ob „best“ wirklich ein französisches Wort ist, aber die Verkäuferin hat uns trotzdem verstanden und hat uns diesen hier empfohlen. 🙂

 

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Wir machen, solange Sohn 1 noch da ist – er muss ja heute Abend schon wieder einrücken – noch ein schnelles Z’Nacht aus Spaghetti und Salat und ich schmeisse auch noch eine erste Waschmaschine an. Jetzt hat es ja endlich wieder genug Wäsche, wo die Männer alle wieder da sind. 🙂

Den Abend lasse ich auf der Terrasse ausklingen. So viel Spass das Autofahren auch macht, es ist am Ende doch ermüdend, sich während 4 Stunden konzentrieren zu müssen.

Jetzt passiert also nicht mehr viel und ich wünsche euch schon mal einen schönen Start in die neue Woche. 🙂

nichts ist unmöglich

Jetzt sind wir mit dem Auto schon mehr als zweimal rund um die Erde gefahren. Also nicht wirklich, aber von der Strecke eben. Das kann man sich fast nicht vorstellen, oder?

In Wirklichkeit sind wir nur 5 Jahre lang in der minikleinen Schweiz herumgegurkt, da kommt man ja im Grunde nicht sehr weit, ab und zu mal nach Italien/Sardinien und das war’s.

Aber ich hatte 2 Jahre lang einen Job, wo ich mit dem Auto pro Woche ca. 400km gefahren bin. (100 hin und 100 zurück, an 2 Tagen), ausserdem leiht sich der Herr des Hauses gerne das Auto aus, wenn er geschäftlich nach Zürich muss. Das ist ca. 2-3 mal pro Monat. So über die Autobahn und längere Strecken fährt er lieber mit dem grossen Auto, als mit seinem kleinen „Stadt-Flitzer“ (Aygo).

Ich hatte schon vor einer Weile gesehen, dass ich mich der 100 000 nähere und wollte es auf keinen Fall verpassen. Dann war ich ja im Spital und krankgeschrieben und bin gar nicht viel Auto gefahren und habe vielleicht auch nicht mehr so sehr drauf geachtet.

Als ich dann vor ein paar Tagen mal wieder im Auto sass, sah ich die Anzeige:

100 503 km oder so.

Mist, ich hatte es verpasst!

Ich berichtete dem Herrn des Hauses davon, dass ich ganz knapp die 100 000 verpasst hätte, wie schade das wäre, ach und überhaupt, da fällt ihm plötzlich ein, dass er mir ja noch etwas zeigen wollte.

 

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Nein, er hat selbstverständlich nicht im Tunnel bei 80 oder 100 kmh auch noch ein Foto mit dem Handy gemacht 🙂 Hallo? Da war sein Kollege neben ihm, der das für ihn erledigt hat. Sehr cool!!

Und nun warten wir gespannt, ob das Auto auch noch die 200 000 schaffen kann. Nichts ist unmööööglich….. 🙂

Grotto Baldoria

 

Am Wochenende waren der Herr des Hauses und ich in Ascona, im Tessin. Und das kam so:

Seit ein paar Jahren sind wir als ganze Familie jeweils über das verlängerte Auffahrt/Himmelfahrt-Wochenende mit 2-4 anderen Familien zusammen unterwegs. Wir mieten eine grössere Hütte und wandern, kochen gemeinsam oder grillen im Wald, die Kinder haben viel Spass miteinander.

Seit ca. 2 Jahren fährt Sohn 1 nicht mehr mit und geniesst es, das Haus für sich zu haben. Also sturmfrei…..

In diesem Jahr nun sollte es zum ersten mal keine Familienausflüge mehr geben, weil inzwischen auch Sohn 2 und die anderen Kinder der anderen Familien nicht mehr mitfahren wollten. Also endet hiermit die Tradition dieser Familien-Kurzferien.

Allerdings hatte sich nicht nur Sohn 1 bereits an die sturmfreie Bude gewöhnt sondern auch seine Freunde, die mit ihm in den letzten beiden Jahren hier immer ein Grillfest (und was nicht sonst noch so….) veranstaltet hatten.

Er fragte uns also vorsichtig, ob wir nicht trotzdem irgendwo hin fahren wollten, er habe schon Anfragen bekommen, ob denn bei ihm wieder sturmfrei wäre….

Tja, wir wurden sozusagen rausgeschmissen. 🙂

Sohn 3 quartierten wir bei einem Freund ein, wo er übernachten konnte. Sohn 2 wurde von Sohn 1 als gleichberechtigt anerkannt und „durfte“ bleiben. 🙂

So machten wir uns also am Samstag Morgen in aller Frühe (alle drei Jungs schliefen noch) auf den Weg zum Bahnhof und fuhren fast 4 Stunden runter ins Tessin.

Wir hatten ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht, direkt am See, aber so minimalistisch, dass es preislich für uns noch im Rahmen war. Wir wollten dort ja nur schlafen, also waren unsere Ansprüche nicht so hoch. Es war aber tiptop in Ordnung, das Personal sehr freundlich, auch das Frühstück völlig ausreichend. Wir hatten es echt gut.

Wir latschten relativ viel durch den Ort, fuhren noch mit einem Bähnli auf einen Berg Hügel hoch und besichtigten ein altes Kloster.

Für den Abend suchten wir ein kleines Restaurant und der Herr des Hauses fand eine Empfehlung im Internet.

Völlig ahnungslos gingen wir hin. In die Grotto Baldoria.

Schon von Weitem hören wir das Geklapper von Besteck und Geschirr. Wir hoffen, dass es nicht so voll ist und wir noch ein Plätzchen bekommen, immerhin sind wir ja nur zu zweit.

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Ja, tatsächlich, es ist schon sehr voll, dabei ist es erst so Viertel nach sieben oder so. Wir sitzen zu zweit an einem Tisch, an dem auch sechs Leute Platz hätten, aber mal abwarten.

Kaum sitzen wir, kommt schon eine Kellnerin und fragt, was wir trinken möchten. Wir sagen „Wasser und einen Weisswein. Einen halben Liter.“ Sie fragt noch, ob das Wasser mit oder ohne Kohlensäure, dann ist sie schon wieder weg.

Sie kommt mit den Getränken zurück und diesem riesigen Brett mit Salami und einem sehr, sehr scharfen Messer. Dazu gibt es einen Korb mit Brot.

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Das Messer ist fantastisch und ich schneide hauchdünne Scheibchen von der Salami ab. Mega lecker!!!

Während wir noch an der Salami knabbern kommt die Kellnerin schon mit einem neuen Teller. Und wenn man sich so umschaut, sieht man, dass an allen Tischen dasselbe passiert. Alle haben ein Brett mit Salami und diesen Salat auf den Tischen.

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Aha, das ist also das Konzept. Es gibt keine Karte, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und alle bekommen dasselbe Essen.

Inzwischen werden zuerst ein Pärchen und ein paar Minuten später noch zwei junge Frauen zu uns an den Tisch platziert. Man stellt sich vor, prostet sich mit dem Wein zu und auch die anderen Vier bekommen ihre Salami, den Salat und Brot.

Nach der Salami und dem Salat kommt noch eine Platte mit hauchdünn geschnittener Zunge. Wenn man es nicht weiss, kann man es durchaus essen. Schmeckt gar nicht so schlecht. 🙂

Nun sind wir sechs am Tisch synchron, obwohl wir gar nicht zur gleichen Zeit gekommen sind, aber das haben sie phänomenal im Griff. Irgendwie scheint das gesamte Restaurant synchron zu sein. Es öffnet um 19:00 Uhr und dann fangen sie mit Salami und Salat an und wer zuerst da war, wartet jetzt ein bisschen auf die anderen und am Ende sind alle auf dem selben Stand.

Bereit für die Nudeln. Die kommen einfach wie bei Mama in einer grossen Schüssel an den Tisch geliefert und man hält seinen Teller hin (den selben von Anfang an) und bekommt eine Portion geschöpft.

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Hinter dem Kellner läuft eine weitere Kellnerin mit einer Tüte Parmesan-Käse, den sie auf Wunsch auch direkt auf den Teller streut. Alle bekommen den Käse aus der Tüte direkt auf den Teller. Sehr effizient das Ganze.

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Soweit ich es erkennen kann, gibt es keinen Nachschlag, denn der mit der Schüssel kommt kein zweites mal herum. Dafür kommt jetzt wieder eine Kellnerin, nimmt in jede Hand einen Teller, läuft damit in die Küche und kommt mit dem selben Teller wieder zurück. Darauf eine kleine Portion Polenta mit etwas Fleisch und Sauce. (das sah nicht so fotogen aus, daher hier ohne Bild) Kein Gemüse, keine Beilagen, nur Polenta mit Fleisch und Sauce. Aber sehr lecker!!

Danach geht, ähnlich der Salami-Platte, eine Käseplatte herum. Diesmal mit frischen Brettchen statt Tellern. Man schneidet sich vom Käse ab, soviel man mag, reicht das Brett weiter, gern auch an den Nachbartisch.

Inzwischen ist man auch mit den anderen ein bisschen ins Gespräch gekommen, vielleicht auch weil wir alle nochmal Wein nachbestellt haben.

Der Käse wird abgeräumt, ein grosses Blech mit Kuchen wird nun herumgereicht, der schon in keine Vierecke geschnitten ist, sodass man sich einfach ein oder zwei Stück nehmen kann.

Dazu gibt es, wer möchte, noch einen Espresso. Dieser wird zusammen mit ein paar Schnapsgläsern gebracht, denn der darf natürlich auch nicht fehlen.

 

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Auch hier bleiben sie ihrem Konzept der Einfachheit treu und stellen einfach 3 Flaschen Schnaps auf den Tisch. Einen Grappa, einen Limoncello und einen Nuss-Schnaps.

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Und nun kann man einfach einschenken. Mal alles durchprobieren oder bei einem bleiben oder was auch immer. Zu viel sollte man nicht trinken, sonst weiss man am Ende bei der Abrechnung nicht mehr, wieviele Schnäpse man denn nun hatte…. (ging unseren jungen Gästen am Tisch so…)

Ich habe den sehr leckeren Limoncello und einen Grappa probiert. Bin ja sonst nicht so der Schnapstrinker, aber hier passte es als Abschluss eines schönen Abends schon irgendwie rein.

Dann kommt die Kellnerin wieder an den Tisch, man stellt alle Flaschen (Wein und Wasser), die man bestellt hatte zusammen und sie rechnet mit einem kleinen Taschenrechner mit Papierrolle zusammen, was das dann alles so kostet. In der Hand ein dickes Bündel mit Geldscheinen, die sie schon einkassiert hat. So hat sie das Wechselgeld grad parat.

„und wieviele Schnäpse hattet ihr?“

Uns hat der Abend erstaunlicherweise nur 70.- Franken gekostet, was man sonst in einem Restaurant locker für eine Person alleine ausgeben kann. Das Essen hat geschmeckt, es war genug, um satt zu werden und die Stimmung und die Atmosphäre waren sehr schön.

Falls also mal jemand in Ascona sein sollte, kann ich dieses Erlebnis nur empfehlen!!

Den Abend liessen wir am See ausklingen und fielen dann müde in die Hotelbetten.

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Am Sonntag besuchten wir noch einen Markt im nahen Italien und machten uns dann schon wieder auf den Heimweg.

Die Jungs haben wunderbar ohne uns überlebt (grosse Kinder sind echt cool!!), das Haus steht noch, die Katzen sind nicht verhungert, alles bestens! 🙂

 

im Schnee

Inzwischen ist ja schon alles wieder weg, aber ich wollte diese schönen Bilder vom Schnee trotzdem noch zeigen. Und erst heute habe ich mal wieder Lust Zeit zu bloggen.

Es war vorletzten Sonntag, die Jungs konnte ich nicht überzeugen und der Herr des Hauses war anderweitig beschäftigt.

Also machte ich mich mutterseelenallein auf den Weg in die Landschaft. Es hat ja schon viele Vorteile, wenn man so mehr oder weniger direkt auf dem Land lebt. Man muss einfach nur vor die Tür gehen und schon ist es so schön. 🙂

 

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Ich war sowohl im Wald als auch auf den Feldern unterwegs. Im Wald ist es total mucksmäuschenstill. Das ist faszinierend. Man hört nur den eigenen Atem und seine Schritte. Ich mag das. Da es aber wirklich ein wunderschöner Tag war, war ich letztendlich doch nicht so allein. Immer nur kurz währte die Ruhe im Wald, dann kamen schon wieder Spaziergänger vorbei und knirschten mit ihren Schuhen im Schnee.

Und ich hätte die Kamera auch auf schwarz/weiss stellen können, es hätte gar keinen Unterschied gemacht. Es gab keine Farben auf der Welt an diesem Tag.

 

Schön war’s.

Und jetzt ist es auch wieder schön, weil die Sonne rauskommt, der Garten aufwacht, die Kübel auf Bepflanzung warten und, und, und.

Eine schöne Woche wünsche ich euch.

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