das erste Mal

… und hoffentlich auch das letzte!!

Das war nicht schön, gestern.

 

 

 

 

 

 

Es ist ein sonniger, warmer Tag, ich habe nach einem Kurs ca. 2 Stunden Zeit bis ich wieder arbeiten muss.

Also kaufe ich mir einen Kaffee und setze mich an einen schönen Ort, um ein bisschen zu chillen, zu lesen, Leute zu beobachten. Einfach eine kleine Pause zu machen.

Der Platz auf dem ich sitze, ist eine kleine Terrasse, relativ hoch über dem Rhein, Bäume bieten Schatten, es stehen Bänke auf dem Platz, aber man kann auch auf der Steinmauer sitzen, die den Platz auf drei Seiten umschliesst.

Ich sitze also da, trinke meinen Kaffee, lese ein bisschen und immer wieder kommen Touristengruppen, geniessen die Aussicht, verweilen, hören ihrem Guide zu und gehen dann wieder weiter.

Ein Mann kommt, schaut über die Brüstung nach unten, geht ein Stück zur Seite, schaut noch einmal nach unten und fällt mir dann aber nicht mehr weiter auf. Sehr viele Leute kommen hierher und schauen. Auch immer wieder über die Brüstung, denn da unten ist der Rhein und man kann Schiffe beobachten oder auch Ruderer oder Kanuten.

Der Platz leert sich wieder, ein Moment der Stille, keine Touristengruppen, nur etwa noch 2-3 andere Personen ausser mir auf dem ganzen Platz.

Da kommt der Mann von vorhin wieder. Er läuft schnell und zielstrebig zur Brüstung, setzt sich drauf, die Beine baumeln nach unten.

Und er stösst sich ab!

 

 

Das kann doch nicht wahr sein!! Ist der jetzt da runter gesprungen? Es geht 18m runter auf eine (zum Glück sehr selten benutzte) Uferpromenade. Der ist nicht gesprungen, oder? Vielleicht ist da noch ein kleines Bord, auf dem er gelandet ist?

Es vergehen ca. 10 Sekunden, die ich brauche, um zu realisieren, dass das kein Film ist und der da wirklich gesprungen ist.

Ich gehe zur Brüstung und schaue nach unten. Kein Bord. Ich sehe ihn ganz unten liegen. Sehe nur die Beine, der Rest des Körpers ist unter einem Gebüsch verborgen.

Ach du Scheisse!!!!!!!!!!

Ich rufe den Notarzt an und schildere die Situation. Sie schicken jemanden, ich soll warten. Mir zittern die Hände, die Knie, meinen Kaffee mag ich nicht mehr trinken, ich weiss immer noch nicht so richtig, ob das jetzt wirklich alles passiert ist. Ich traue mich weder ein zweites mal nach unten zu schauen, noch nach unten zu ihm zu laufen.

Niemand sonst scheint etwas bemerkt zu haben, das ging so wahnsinnig schnell, er hat nicht eine einzige Sekunde gezögert. Es ist so irreal!

Es kommen wieder Touristen, sie stehen genau dort, wo er gesprungen ist, an der Brüstung und bewundern die schöne Aussicht. Sie schauen zum Glück nicht direkt nach unten. Es ist so absurd!

Dann höre ich die Sirenen, der Notarzt kommt, Polizei, noch ein Krankenwagen, noch mehr Polizei, sie sperren ab, sie rennen nach unten, grosse Hektik auf dem Platz.

Mein Telefon klingelt. Die Polizei. Sie hatten meine Nummer gespeichert. Ich soll nicht weggehen, sie brauchen mich noch.

Später kommt ein Polizist, nimmt meine Personalien auf, ich schildere ihm, was ich gesehen habe, er macht sich Notizen. (sie haben übrigens genau so ein kleines Notizbüchlein, wie in den TV-Krimis. Auf was man in so einer Situation nicht alles achtet….)

Ich begreife, dass ich offensichtlich die einzige Zeugin gewesen sein muss. Und nur durch meine Aussage können sie Fremdeinwirkung ausschliessen. Nur ich habe gesehen, was passiert ist. Dass er ganz alleine war, dass niemand sonst da war.

Ich weiss noch nichtmal, ob der Mann noch lebt oder gestorben ist, das darf mir der Polizist auch nicht sagen. Sagt er.

Sie lassen mich nicht gehen, bis nicht eindeutig alles geklärt ist. Eine Stunde vergeht. Ein zweiter Polizist, nicht mehr in Uniform, wahrscheinlich Kriminalpolizei, befragt mich auch noch. Er ist sehr freundlich. Er sagt mir später auch – vielleicht ein Versehen? – dass ich bleiben muss, bis die Staatsanwaltschaft den Leichnam freigegeben hätte. Also hat er das nicht überlebt…..

Irgendwann kommen die Männer mit den Spurensicherungskoffern wieder nach oben, alle packen ihre Sachen, die Autos fahren davon. Der Kriminalpolizist gibt mir meinen Ausweis zurück. (den hat er behalten, damit ich nicht weglaufe…..)

Nach 2 Stunden kann ich gehen.

Ich gehe sogar noch arbeiten, das lenkt mich alles ein bisschen ab.

Aber ich weiss, diese Bilder, dieser Moment, wo er sich abstösst, das werde ich vermutlich sehr lange nicht vergessen können.

Schon auf dem Heimweg, den ich ca. 25 min. auf dem Fahrrad zurücklege, kann ich an nichts anderes denken.

Wir sprechen zuhause darüber, klar, ich hätte nichts tun können und er WOLLTE ja sterben. Für ihn gab es keine andere Lösung. Trotzdem denke ich, darüber nach, ob es nicht irgendwie hätte verhindert werden können. Hätte ich nach unten rennen sollen? Vielleicht hat er noch ein paar Minuten gelebt? Aber welche Bilder hätte ich dann im Kopf jetzt? Ich habe mich automatisch selbst geschützt.

Ich schlafe nicht viel in der Nacht. Um 6:00 Uhr bin ich wieder wach, nachdem ich bis ca. 1:30 nicht einschlafen konnte.

Vielleicht hilft es mir, dass ich es jetzt nochmal aufgeschrieben habe. Ich hoffe, dass die Bilder in ein paar Tagen (Wochen?) wenigstens verblassen werden.

Ich wünsche niemandem auf der Erde, dass er oder sie in eine Situation kommt, in der der Selbstmord der einzig mögliche Ausweg zu sein scheint!

…..

 

Werbeanzeigen

Grotto Baldoria

 

Am Wochenende waren der Herr des Hauses und ich in Ascona, im Tessin. Und das kam so:

Seit ein paar Jahren sind wir als ganze Familie jeweils über das verlängerte Auffahrt/Himmelfahrt-Wochenende mit 2-4 anderen Familien zusammen unterwegs. Wir mieten eine grössere Hütte und wandern, kochen gemeinsam oder grillen im Wald, die Kinder haben viel Spass miteinander.

Seit ca. 2 Jahren fährt Sohn 1 nicht mehr mit und geniesst es, das Haus für sich zu haben. Also sturmfrei…..

In diesem Jahr nun sollte es zum ersten mal keine Familienausflüge mehr geben, weil inzwischen auch Sohn 2 und die anderen Kinder der anderen Familien nicht mehr mitfahren wollten. Also endet hiermit die Tradition dieser Familien-Kurzferien.

Allerdings hatte sich nicht nur Sohn 1 bereits an die sturmfreie Bude gewöhnt sondern auch seine Freunde, die mit ihm in den letzten beiden Jahren hier immer ein Grillfest (und was nicht sonst noch so….) veranstaltet hatten.

Er fragte uns also vorsichtig, ob wir nicht trotzdem irgendwo hin fahren wollten, er habe schon Anfragen bekommen, ob denn bei ihm wieder sturmfrei wäre….

Tja, wir wurden sozusagen rausgeschmissen. 🙂

Sohn 3 quartierten wir bei einem Freund ein, wo er übernachten konnte. Sohn 2 wurde von Sohn 1 als gleichberechtigt anerkannt und „durfte“ bleiben. 🙂

So machten wir uns also am Samstag Morgen in aller Frühe (alle drei Jungs schliefen noch) auf den Weg zum Bahnhof und fuhren fast 4 Stunden runter ins Tessin.

Wir hatten ein Zimmer in einem kleinen Hotel gebucht, direkt am See, aber so minimalistisch, dass es preislich für uns noch im Rahmen war. Wir wollten dort ja nur schlafen, also waren unsere Ansprüche nicht so hoch. Es war aber tiptop in Ordnung, das Personal sehr freundlich, auch das Frühstück völlig ausreichend. Wir hatten es echt gut.

Wir latschten relativ viel durch den Ort, fuhren noch mit einem Bähnli auf einen Berg Hügel hoch und besichtigten ein altes Kloster.

Für den Abend suchten wir ein kleines Restaurant und der Herr des Hauses fand eine Empfehlung im Internet.

Völlig ahnungslos gingen wir hin. In die Grotto Baldoria.

Schon von Weitem hören wir das Geklapper von Besteck und Geschirr. Wir hoffen, dass es nicht so voll ist und wir noch ein Plätzchen bekommen, immerhin sind wir ja nur zu zweit.

IMG_1768

 

Ja, tatsächlich, es ist schon sehr voll, dabei ist es erst so Viertel nach sieben oder so. Wir sitzen zu zweit an einem Tisch, an dem auch sechs Leute Platz hätten, aber mal abwarten.

Kaum sitzen wir, kommt schon eine Kellnerin und fragt, was wir trinken möchten. Wir sagen „Wasser und einen Weisswein. Einen halben Liter.“ Sie fragt noch, ob das Wasser mit oder ohne Kohlensäure, dann ist sie schon wieder weg.

Sie kommt mit den Getränken zurück und diesem riesigen Brett mit Salami und einem sehr, sehr scharfen Messer. Dazu gibt es einen Korb mit Brot.

IMG_1755

 

Das Messer ist fantastisch und ich schneide hauchdünne Scheibchen von der Salami ab. Mega lecker!!!

Während wir noch an der Salami knabbern kommt die Kellnerin schon mit einem neuen Teller. Und wenn man sich so umschaut, sieht man, dass an allen Tischen dasselbe passiert. Alle haben ein Brett mit Salami und diesen Salat auf den Tischen.

IMG_1756

 

Aha, das ist also das Konzept. Es gibt keine Karte, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und alle bekommen dasselbe Essen.

Inzwischen werden zuerst ein Pärchen und ein paar Minuten später noch zwei junge Frauen zu uns an den Tisch platziert. Man stellt sich vor, prostet sich mit dem Wein zu und auch die anderen Vier bekommen ihre Salami, den Salat und Brot.

Nach der Salami und dem Salat kommt noch eine Platte mit hauchdünn geschnittener Zunge. Wenn man es nicht weiss, kann man es durchaus essen. Schmeckt gar nicht so schlecht. 🙂

Nun sind wir sechs am Tisch synchron, obwohl wir gar nicht zur gleichen Zeit gekommen sind, aber das haben sie phänomenal im Griff. Irgendwie scheint das gesamte Restaurant synchron zu sein. Es öffnet um 19:00 Uhr und dann fangen sie mit Salami und Salat an und wer zuerst da war, wartet jetzt ein bisschen auf die anderen und am Ende sind alle auf dem selben Stand.

Bereit für die Nudeln. Die kommen einfach wie bei Mama in einer grossen Schüssel an den Tisch geliefert und man hält seinen Teller hin (den selben von Anfang an) und bekommt eine Portion geschöpft.

IMG_1758

 

Hinter dem Kellner läuft eine weitere Kellnerin mit einer Tüte Parmesan-Käse, den sie auf Wunsch auch direkt auf den Teller streut. Alle bekommen den Käse aus der Tüte direkt auf den Teller. Sehr effizient das Ganze.

IMG_1759

 

Soweit ich es erkennen kann, gibt es keinen Nachschlag, denn der mit der Schüssel kommt kein zweites mal herum. Dafür kommt jetzt wieder eine Kellnerin, nimmt in jede Hand einen Teller, läuft damit in die Küche und kommt mit dem selben Teller wieder zurück. Darauf eine kleine Portion Polenta mit etwas Fleisch und Sauce. (das sah nicht so fotogen aus, daher hier ohne Bild) Kein Gemüse, keine Beilagen, nur Polenta mit Fleisch und Sauce. Aber sehr lecker!!

Danach geht, ähnlich der Salami-Platte, eine Käseplatte herum. Diesmal mit frischen Brettchen statt Tellern. Man schneidet sich vom Käse ab, soviel man mag, reicht das Brett weiter, gern auch an den Nachbartisch.

Inzwischen ist man auch mit den anderen ein bisschen ins Gespräch gekommen, vielleicht auch weil wir alle nochmal Wein nachbestellt haben.

Der Käse wird abgeräumt, ein grosses Blech mit Kuchen wird nun herumgereicht, der schon in keine Vierecke geschnitten ist, sodass man sich einfach ein oder zwei Stück nehmen kann.

Dazu gibt es, wer möchte, noch einen Espresso. Dieser wird zusammen mit ein paar Schnapsgläsern gebracht, denn der darf natürlich auch nicht fehlen.

 

IMG_1761

 

Auch hier bleiben sie ihrem Konzept der Einfachheit treu und stellen einfach 3 Flaschen Schnaps auf den Tisch. Einen Grappa, einen Limoncello und einen Nuss-Schnaps.

IMG_1762

Und nun kann man einfach einschenken. Mal alles durchprobieren oder bei einem bleiben oder was auch immer. Zu viel sollte man nicht trinken, sonst weiss man am Ende bei der Abrechnung nicht mehr, wieviele Schnäpse man denn nun hatte…. (ging unseren jungen Gästen am Tisch so…)

Ich habe den sehr leckeren Limoncello und einen Grappa probiert. Bin ja sonst nicht so der Schnapstrinker, aber hier passte es als Abschluss eines schönen Abends schon irgendwie rein.

Dann kommt die Kellnerin wieder an den Tisch, man stellt alle Flaschen (Wein und Wasser), die man bestellt hatte zusammen und sie rechnet mit einem kleinen Taschenrechner mit Papierrolle zusammen, was das dann alles so kostet. In der Hand ein dickes Bündel mit Geldscheinen, die sie schon einkassiert hat. So hat sie das Wechselgeld grad parat.

„und wieviele Schnäpse hattet ihr?“

Uns hat der Abend erstaunlicherweise nur 70.- Franken gekostet, was man sonst in einem Restaurant locker für eine Person alleine ausgeben kann. Das Essen hat geschmeckt, es war genug, um satt zu werden und die Stimmung und die Atmosphäre waren sehr schön.

Falls also mal jemand in Ascona sein sollte, kann ich dieses Erlebnis nur empfehlen!!

Den Abend liessen wir am See ausklingen und fielen dann müde in die Hotelbetten.

IMG_1763

 

Am Sonntag besuchten wir noch einen Markt im nahen Italien und machten uns dann schon wieder auf den Heimweg.

Die Jungs haben wunderbar ohne uns überlebt (grosse Kinder sind echt cool!!), das Haus steht noch, die Katzen sind nicht verhungert, alles bestens! 🙂

 

Hallo 5.5. !

Wie schon angekündigt, geht es heute wieder darum, was alle eigentlich so den ganzen Tag machen.

Kann man am Abend dann auch bei Frau Brüllen nachlesen, wenn man Lust und Zeit hat.

Was bisher geschah:

ca. 08:00 Uhr: Wie immer bin ich die erste am Wochenende, die aufsteht. (an allen anderen Tag eigentlich auch fast immer.)

Ich gehe nach unten, räume die Spülmaschine aus, mache einen Kaffee und decke den Tisch.

IMG_1731

erstes Frühstück für mich

 

Eine der beiden Katzen gesellt sich zu mir und bekommt auch ihr Frühstück

IMG_1732

erstes Frühstück für die Katze

 

ca. 09:00 Uhr: Ich versuche mich an einem Einkaufszettel, aber mir fällt einfach nichts ein. Was sollen wir essen???

Sohn 2 gesellt sich zu mir an den Tisch, aber nur, weil er später ein Fussballspiel hat. Normalerweise sehen wir ihn am Wochenende nicht vor Mittag.

IMG_1733

Das gibt leider noch keine Mahlzeiten…..

 

ca. 10:00 Uhr: Nach einer sehr unfruchtbaren Diskussion mit dem Herrn des Hauses über Mahlzeiten, Kohehydrate und Einkäufe und wer kocht und was und überhaupt, entscheide ich trotzig, einfach überhaupt gar nicht einkaufen zu gehen. Soll doch er das mal übernehmen. 🙂

Statt also einzukaufen, gehe unter die Dusche und setze mich danach mit einem Kaffee und einem kleinen Snack auf die Terrasse in die Sonne. (der Herr des Hauses ist derweil einkaufen gefahren….)

IMG_1734

2. Frühstück für mich incl. Lektüre

 

ca. 10:30 Uhr: Ich habe mir einen Roman auf’s IPad geladen und lese. „Kühn hat Ärger“ von Jan Weiler.

IMG_1735

seichte Lektüre

 

ca. 11:30 Uhr: Ich mache eine kleine Lesepause und gucke mal nach dem Wannentümpel. So richtig will da nichts wachsen und faule Blätter liegen am Grund. Also schöpfe ich ca. 2/3 Wasser ab. Es tauchen 3 Blumentöpfe aus den Tiefen auf, die sogar ganz zarte grüne Stängel entwickelt haben. Also gut, dann lasse ich sie mal drin und warte, ob das noch was wird.

Mit dem Gartenschlauch lasse ich wieder frisches Wasser nach. Auch die Katzen freuen sich, denn die trinken immer aus diesem Mini-Teich.

IMG_1736

 

ca. 13:00 Uhr: Während ich dann wieder nur mit dem IPad im Garten sitze, beginnt der Nachbar zu kärchern. Sein Garten ist vielleicht 24qm gross. Am Rand sind Pflanzen und an einer Seite ist noch die Kellertreppe. Wie kann man da mehr als eine ganze Stunde kärchern? WAS kann man da mehr als eine ganze Stunde lang kärchern?????

Aber vermutlich findet ein Mann, der unbedingt kärchern möchte immer irgendwas, was er ganz ausgiebig und penibel kärchern kann.

Da macht es auch nichts, dass immer wieder mal ein Flieger über mich hinweg düst, denn laut ist es eh schon.

IMG_1737

 

ca. 13:30 Uhr: Der Herr des Hauses kommt vom Einkaufen zurück, wohin er sogar meinen angefangenen Einkaufszettel mitgenommen (ein bisschen mehr hatte ich dann doch noch notiert), diesen dann aber irgendwo verbummelt hatte. Also hatte er Blätterteig und Vanillepudding vergessen.

Damit ich nicht den ganzen Tag völlig bewegungslos im Garten hocke, mache ich mich auf den Weg in unseren Dorfladen, um diese zwei Dinge noch zu kaufen.

Es ist geflaggt, denn am Donnerstag ist nicht nur Auffahrt/Himmelfahrt sondern auch traditionell „Banntag“. Und dafür wird geflaggt.

IMG_1738

Am Banntag läuft das Dorf die Grenzen ab und kontrolliert die Grenzsteine. Alte Tradition

Wir werden dieses Jahr das erste Mal nicht dabei sein, denn um ehrlich zu sein, hatten wir immer nur mitgemacht, weil die Kinder der Primarschule vorher noch eine Aufführung hatten und – wenn sie Glück hatten – die grossen Flaggen tragen durften.

Alle drei Jungs gehen inzwischen im Nachbardorf oder in Basel oder momentan gar nicht zur Schule, also können wir am Banntag zum ersten Mal seit 14 Jahren zu Hause bleiben. 🙂

 

 

ca. 15:30 Uhr: ich versuche mich am Blätterteig mit Vanillepudding.

Der Plan war, einen Blätterteig vorzubacken und darauf dann Vanillepudding, Erdbeeren und Rhabarber zu drapieren.

Leider geht das mit dem Vorbacken ein bisschen schief….

IMG_1739

hier kann ich nur schlecht etwas drapieren….

 

Die Früchte hatte der Herr des Hauses tiefgefroren statt frisch gekauft. Hm, die muss ich also erst noch auftauen.

Dann kommt Sohn 1 in die Küche und fragt, womit denn der Kuchen gefüllt sei und ich antworte „mit Luft“. 🙂

Das bringt mich auf die Idee, den Fladen einfach auseinanderzuschneiden und anschliessend zu füllen.

IMG_1740

Wie ein Fladenbrot aus Blätterteig

 

Die Erdbeeren tauen in der Mikrowelle hervorragend auf, während der Rhabarber irgendwie bitter schmeckt. Den lasse ich lieber weg. Also gibt es nur mit Erdbeeren und Vanillepudding gefüllten Blätterteig.

IMG_1741

 

Das ist unglaublich lecker!!!! Und ich muss für Sohn 2 ein Stück auf die Seite stellen, damit für ihn überhaupt noch was übrig bleibt, wenn er vom Fussball zurück kommt.

IMG_1742

 

Anschliessend sitze ich wieder im Garten und lese „Kühn“, die Söhne sind beim Fussball oder in ihren Zimmern und der Herr des Hauses liegt in der Hängematte unter dem Apfelbaum. Friedlich, denn der Nachbar ist jetzt auch endlich mit dem Kärcher durch.

ca. 17:00 Uhr: Irgendwann wird es schattig und ein bisschen kühl, ich bekomme Lust auf noch einen kleinen Kaffee und ziehe mich damit in mein Zimmer zurück.

IMG_1744

 

ca. 18:00 Uhr: Der Herr des Hauses beginnt zu kochen (wer einkauft muss eben auch kochen) und Sohn 2 kommt vom Fussball zurück. Gewonnen und auf Platz 3 in der Tabelle. Er ist zufrieden.

 

ca. 18:30 Uhr: Sohn 2 verabschiedet sich, denn er geht heute Abend noch aus.

ca. 19:00 Uhr: wir restlichen vier bekommen ein leckeres Abendessen vom Herrn des Hauses.

IMG_1749

Polenta und Gemüse und Fleisch

Dazu ein Gläschen Weisswein.

Kaum steht das Essen auf dem Tisch, kommt auch mindestens eine Katze an. Wie die das immer spüren, dass wir essen oder auch nur an Essen denken….

Sie chillt aber erstmal. 🙂

IMG_1746

Im Moment ist sie immer total gelb bestäubt, wenn sie von den Feldern heim kommt

 

Und dann fängt es doch noch an zu tröfpfeln, aber zum Glück nur ganz kurz. Wir können trotzdem draussen sitzen bleiben.

IMG_1750

Sohn 3 hat sich wieder vor seinen Computer in sein Zimmer verzogen und der Herr des Hauses, Sohn 1 und ich unterhalten uns noch ein wenig. In letzter Zeit haben wir öfter mal echt interessante Diskussionen am Tisch mit den Jungs. (wir versuchen, mindestens einmal pro Tag alle 5 gemeinsam am Tisch zu essen. Klappt leider nicht mehr immer, aber zum Glück noch relativ oft. Wenigstens am Wochenende.)

ca. 20:15 Uhr: Eigentlich wollte ich so lange draussen bleiben, bis die Solarlampen angehen. Aber es ist inzwischen noch so lange hell, dass sie einfach nicht angehen wollen. Der Wein ist getrunken, das Geschirr in der Küche (zusammen mit dem Herrn des Hauses) und niemand ausser mir sitzt noch am Tisch. Aber die Lampen bleiben aus.

IMG_1751

 

Also helfe ich ein bisschen nach und simuliere Dunkelheit. Ätsch, ausgetrickst. 🙂

IMG_1752

Sie werfen nämlich ein echt schönes Muster auf den Tisch.

 

ca. 20:30 Uhr: ich beende den Blogeintrag für heute und werde mich entweder mit einem Film (entweder „Novembermann“ mit Götz George oder „kleine Fische“), den ich aufgenommen hatte, oder mit dem Roman ins Bett legen.

Danke für’s Lesen und Durchhalten und noch ein schönes Wochenende 🙂

mal wieder so dies und das

Ja, wenn ich so lange nichts blogge, dann ist einfach auch nichts weltbewegendes oder nichts blogtaugliches passiert.

Irgendwann bekomme ich dann eine Email oder einen Anruf aus der Familie oder dem Freundeskreis, ob denn alles in Ordnung sei, weil man habe schon so lange nichts mehr von mir gelesen…

Tja und dann suche ich ein paar Fotos raus, die ich in den letzten Tagen so gemacht habe und schreibe einfach mal wieder so über dies und das.

Ist dann aber nichts Grosses und möglicherweise ein bisschen langweilig.

In den letzten Tagen hatte der Raps angefangen zu blühen. Inzwischen ist es fast schon wieder vorbei, aber ich habe noch 2 Fotos für euch gefunden.

IMG_1719

 

Wenn ich mit dem Velo zur Arbeit oder zurück fahre, dann fahre ich sozusagen mittendurch. Rechts und links von der Strasse liegen die Rapsfelder so weit das Auge reicht.

Ob es am Raps liegt oder an den vielen möglichen anderen Blüten (der Frühling hatte irgendwie so gar keine Zeit, der war so hektisch dieses Jahr. Hui – 1 Woche fast täglich 30° und alles spriesste und die Knospen platzten regelrecht auf und wusch war alles grün und weiss und rot und gelb und und und) weiss ich nicht, aber auf jeden Fall bekam ich sehr lästigen Husten und eine verstopfte Nase.

IMG_1722

Der Husten hält sich eisern bis heute, aber die Nase ist besser geworden. Es sind allerdings auch keine 30° mehr. Es hat schon geregnet und vielleicht sind die Pollen jetzt auch erstmal weggespült. Wer weiss das schon?

Bis letzten Freitag hatten wir hier einen amerikanischen Gast. Sohn 1 war im September in Boston gewesen und nun kam für 2 Wochen der Amerikaner zu uns.

Ich räumte mein Zimmer und er zog hier ein. Ich hatte sehr viel bloggenswertes von diesen zwei Wochen erhofft, aber irgendwie bekamen wir den jungen Mann so gut wie gar nicht zu sehen. Morgens schlief er bis vielleicht 15 min. bevor er los musste. Einmal konnte ich ihn mit dem Auto mitnehmen, da plauderten wir ein bisschen über Autos und die Unterschiede der Führerscheinprüfungen hier und in den U.S.A. aber da die Strecke auch nur ca. 10 min. dauerte, war das kein langes Gespräch.

Abends und an den Wochenenden war er immer mit Sohn 1 und den anderen unterwegs und sie assen auch unterwegs.

Tja, was soll ich sagen, es war ganz interessant, wenn er mal hier im Hause war, aber um ihn wirklich so richtig kennenzulernen, war die Zeit zu kurz und er viel zu wenig da. Von der Schweiz, dem grenznahen Frankreich und Deutschland hat er aber immerhin so einiges gesehen.

Nun habe ich mein Zimmer wieder und bin ausgeschlafen und ausgeglichen.

Darum habe ich heute (ist ja Feiertag) einen Erdbeer-Rhabarber-Crumble gebacken. Wie ich mir bereits vorher gedacht hatte, waren der Herr des Hauses und ich die grössten Esser. Immerhin hat Sohn 3 mal probiert und fand’s sogar lecker. Ich fand’s also sensationell lecker und es ist jetzt auch schon nichts mehr übrig… (ich werde heute auf’s Abendessen verzichten 🙂 )

 

IMG_1727

 

Morgen startet dann wieder der Alltag, allerdings wird es ja nur eine ganz kurze Woche.

Am Wochenende ist dann der 5.5. und ich muss darf schon wieder was bloggen. Samstags ist aber auch wieder eher weniger los. Na, wir werden sehen.

Bis dahin also wünsche ich euch noch einen schönen Abend 🙂