selbständig werden

Seit der Geburt sozusagen, sind Sohn 3 und der Nachbarsohn Freunde. 🙂

Und sobald sie alt genug waren, hatten sie grossen Spass zusammen in unserer Hängematte. Sie schaukelten, spielten Seeräuber, versuchten sich gegenseitig aus der Hängematte zu werfen, lagen auch manchmal nur so da und genossen die Sonne und dass sie keine Schule oder Hausaufgaben oder sonstiges Unangenehmes hatten.

Nun sind sie beide schon etwas älter (13 und fast 13) und auch schwerer…..

Und – irgendwann musste es so kommen –  als sie heute mal wieder in der Hängematte chillen wollten, machte es „Rrrrratsch“ und die zugegebenermassen schon etwas ältere und auch schon lädierte Hängematte war kaputt.

Was nun?

Nach kurzer Beratung, holten sie beide ein bisschen Geld, suchten im Internet nach einer Hängematte und fanden tatsächlich eine für nur 19.90 in der Sportabteilung unseres Haus und Hof Supermarktes.

Sie hatten ein 6-Fahrten-Ticket dabei und machten sich also auf den Weg.

Zum Supermarkt sind es nur ein paar Stationen mit unserem Bus, ohne umsteigen oder sonstige Komplikationen.

Aber es wäre ja zu schön gewesen so einfach. Die Sportabteilung hatte diese Hängematte nicht vorrätig. (hätten sie im Internet schon checken können, aber naja….) Ich hatte ihnen noch zuhause gesagt, dass es eine grössere Filiale dieser Sportabteilung im Dreispitz (so heisst die Ecke, wo der Laden ist) gäbe, falls sie keine Hängematte finden würden.

Und schon bekomme ich eine erste WhatsApp Meldung.

„Mama, wie kommen wir jetzt von hier zum Dreispitz?“

Zum Glück bin ich ja immer und überall erreichbar. 🙂

„Ihr fahrt mit dem Bus weiter zur Station XY, dann mit dem Tram 8 bis zum Bahnhof und vor dort wieder mit dem Tram 10 Richtung bla oder 11 Richtung blub bis zum Dreispitz.“

„ok“

Hm, das klingt ja mal gut. Aber es dauert nicht lange, da kommt die nächste WA:

„Tram 10 in welche Richtung?“

hatte ich doch geschrieben, aber ok. Ich sage ihnen die Richtung und frage kurz darauf, ob sie angekommen sind.

„noch nicht, aber bald.“

Wieder ein paar Minuten später.

„wir sind jetzt da, aber wo ist das Sportgeschäft?“

„wo genau seid ihr?“

„Dreispitz“

nun muss man wissen, das Dreispitz ein relativ grosses Gebiet ist….. ich war mir nicht mehr so sicher, ob sie sich am richtigen Ort befinden und schreibe, dass ich mal genau auf dem Plan gucke.

hupsi, stelle ich fest, die Station heisst gar nicht „Dreispitz“ sondern „M-Park“….. lalala….. ich informiere die Jungs, aber sie sind eigentlich (!?!) nur eine Station entfernt.

Sie sollen eine Station zurücklaufen.

„wie?“

???? na wie denn? Zu Fuss? Immer den Gleisen nach…..

„wir sind noch im Atleticum.“

Das ist – nur so zur Information – nicht das Sportgeschäft, in das sie gehen wollten, sondern ein komplett anderes und auch an einem komplett anderen Ort…..

Ich schicke sie erneut ins Tram 10 und sage, sie sollen bis zur Station M-Park fahren.

Nach ein paar Minuten….

„und jetzt in dem M-Park?“

„seid ihr schon drin?“

„davor“

oh man. Vielleicht mal reingehen? Ein bisschen gucken? Oder mal Leute fragen? Notfalls….

Bis zur nächsten Nachricht vergeht etwas mehr Zeit. Offenbar waren sie erfolgreich.

Und tatsächlich:

„Wir haben sie!!. Kannst du uns abholen???“ „Bitteeeee“ „Maamaaa“ „Hilfeeee“

🙂

Nein, ich kann sie leider nicht abholen, denn ich muss in 25 min. selber los. Tut mir echt leid….

Ich hoffe, sie haben noch genug Fahrten auf ihrem 6er Ticket nach dieser Odyssee…..

Trotzdem bin ich sehr stolz auf die beiden, dass sie es geschafft haben als „Dorfjungs“ im sozusagen Grossstadtdschungel von Basel zu überleben. 🙂

Und ihre Beute haben sie ja auch noch bekommen.

Gut gemacht Jungs!!

🙂

 

P.S.: was haben wir nur damals gemacht, als es WhatsApp und das alles noch gar nicht gegeben hat????? Da bin ich doch auch nicht alle paar Minuten in eine Telefonzelle gerannt, um Mama anzurufen???

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