Herbstferien, Tag 5

Tag 5, 7. Oktober 2016

Ich bin heute als erste wach. Aus dem inzwischen warmen Bett muss ich allerdings raus auf das kalte WC. Dafür muss ich mich auch komplett anziehen, denn man rennt da eher nicht im Pyjama rum. Wir sind ja nicht alleine in der Hütte….

Die Hüttenwartin ist schon auf und kocht Kaffee. Natürlich kocht sie für das allgemeine Frühstück keinen Kapselkaffee. Aber weil ich sie so lieb frage, bekomme ich doch einen Kapselkaffee vorweg.

Ausserdem, und das hatte ich ganz vergessen, waren wir ja sogar die Kaffeelieferanten. Denn wie schon gesagt, sind die Hütten untereinander echt gut vernetzt. So wusste die Frau von der Adula Hütte, dass wir kommen würden und fragte die Hüttenwartin von der Motterascio Hütte, ob sie uns nicht zwei Pakete Kaffee mitgeben könnte. So waren wir also Kaffee-Kuriere.

Gleichermassen gab uns die Adula Hüttenwartin dann Milchpulver und Marmelade für die Quarnei Hütte, unsere nächste Station, mit.

So, nun zurück zum Frühstück. Denn das ist hier ganz besonders: ES GIBT NUTELLA !!

Die Adula Hütte katapultiert sich hiermit sofort auf Platz 1 unserer Rangliste. Da kann selbst die Spaghetti Bolo nicht mehr mithalten. 🙂

Als Lunch bekommen wir wieder selbstgebackenes Brot mit Käse und Schinken (wir hatten daran gedacht, am Abend bescheid zu sagen) und für jeden einen Apfel.

Das Wetter hält und wir machen uns auf zu unserem nächsten Ziel, der Quarnei Hütte auf  2102 m.ü.M.

Beim Wandern in leicht unübersichtlichem Gelände haben wir immer alle den Kopf unten. So kann ich relativ anonym unsere Fotos hier veröffentlichen. 😉

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Meine Walkingstöcke sind manchmal ganz hilfreich. Manchmal aber auch hinderlich.

Die rote Route ist eigentlich die einfache. Über den Gletscher war zum Beispiel eine blaue Route. Allerdings gab es hier offenbar trotzdem einen Todesfall.

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Man darf die Berge einfach nicht unterschätzen. Wir hatten ein paar Passagen, die vielleicht gar nicht so ungefährlich waren. Wer weiss?

Unser Weg führt uns heute weit nach oben. Sehr steil geht es den Berg hinauf zu der Hütte, die wir gestern dank Universum noch nicht erreichen mussten. Heute nun aber doch.

Später entdecken wir Greifvögel am Himmel. Elegant, sehr elegant.

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Auf dem Pass liegt ein kleiner See und wieder viele, viele Steine, die danach rufen, aufeinandergestapelt zu werden.

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Ja, im Sommer, da wäre der See sicher eine willkommene Abkühlung. Aber jetzt? Hier oben haben wir ca. 3 Grad….. nix mehr mit T-Shirt.

Steine stapeln macht aber auch bei 3 Grad Spass….

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Wir essen unseren Lunch und noch unsere aufgesparten Twix und Snickers. Dann sind wir bereit für den Abstieg.

Eine enge Schlucht, durch die auch mal das Wasser in einem Wasserfall hinabrauschen kann, wenn der See zu voll ist. Heute zum Glück alles trocken. Die Steine aber ziemlich lose, kein richtiger Weg erkennbar. Man muss sich selber einen Weg suchen. Es geht immer nur einer, damit er nicht von Steinen des Nachfolgenden getroffen werden kann. Sehr abenteuerlich…..

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und in echt also wirklich nochmal viel, viel steiler! Senkrecht runter würde ich sagen.

Aber wir meistern auch das, ohne eine einzige Steinlawine auszulösen. Man glaubt es kaum, dass wir von dort oben irgendwie runtergekommen sind.

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Überhaupt bin ich unten im Tal oft sehr überrascht, wie schnell wir doch den Berg runtergekommen sind. Genauso, wenn ich oben auf dem Pass stehe, denke ich „wow, das ging jetzt aber doch schneller als erwartet.“.

Wir landen also in einem Tal, das von zahlreichen Ziegen bewohnt wird. Sie stehen da überall herum und gucken uns an, als wir vorbeilaufen.

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Määää

Und das ist die Quarnei Hütte. Sehr interessante Architektur, allerdings auch ein bisschen merkwürdig mit den Hölzern vor den Fenstern oben. Fluchtweg durchs Fenster? Nein.

Durch einen Ofen in der Mitte sehr, sehr gemütlich warm und kuschelig.

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Ich muss erstmal meine müden Beine entspannen. Wir sind wieder relativ früh angekommen und essen draussen vor der Hütte noch unsere letzten Kekse auf. Vom Hüttenwart bekommen wir dazu Kaffee und heisse Schokolade.

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In dieser Hütte ist zum ersten mal der Hüttenwart alleine (immerhin mit Hund). In allen anderen Hütten sind sie mindestens zu zweit.

Allerdings sind wir hier auch nur 7 Gäste. Mit uns nur noch ein Pärchen. Wir bekommen wieder ein Zimmer für uns alleine und breiten uns ein bisschen aus.

Die Zimmer sind kühl, aber nicht so eisig kalt.

Bis zum Abendessen vertreiben wir uns die Zeit. Die Jungs spielen Schach und Schiffe versenken und ich lese ein bisschen in Wanderberichten von anderen Gruppen.

Zum Abendessen gibt es Suppe, Risotto und ein Dessert.

Der Wetterbericht meldet Wolken und Regen und wir beschliessen, dass wir unsere Tour hier beenden werden. Morgen wandern wir noch Richtung Tal zu einer Seilbahn, die uns dann bis ganz nach unten bringen wird.

5 Tage – 5 Hütten. Jede hatte ihre Vor- und Nachteile. Jede war anders.

Morgen geht’s also ins Tal.

 

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