Herbstferien, Tag 2

 

Tag 2, 4. Oktober 2016

Mein Schrittzähler zeigt mir für gestern 16’433 Schritte an. Wow, das ist ja mal schön. 🙂 Mal sehen, was der heutige Tag bringen wird.

Das Frühstück ist einfach, aber lecker. Brot, Butter, Käse, Wurst, Marmelade. Kaffee oder Milch, oder Tee.

Am Abend vorher haben wir Lunch-Pakete für den nächsten Tag bestellt.

Dann machen wir die Betten wieder schön (man hat bezogene Kissen und Decken, schläft aber mit einem sog. Hüttenschlafsack, sodass die nächsten Gäste die selbe Bettwäsche auch noch benutzen können.) und packen unsere Rucksäcke.

Wir nehmen die Route, die das Basler Pärchen empfohlen hatte. Es ist die kürzere, spannendere und angeblich nicht ganz so anstrengende Route.

Die Gegend nennt sich Greina Hochebene, aber vorher müssen wir noch über viele Steine und Geröll steigen.

Das Wetter: immer noch super!!

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ich habe grossen Respekt vor den losen Steinen.

Es geht rauf und wieder runter, um Ecken herum, dann wieder ein Stückchen nach oben und wieder nach unten. Mal ist es felsig, mal ist ein bisschen was grün-braunes unter unseren Füssen. Bäume wachsen in dieser Höhe keine mehr. Darum gibt es auch fast keine Vögel. Es ist ziemlich still. So still, dass man sehr gut die Steine hören kann, die doch immer wieder die Berge hinunterkullern……

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obwohl es recht kalt ist, laufen wir teilweise noch im T-Shirt, wenn die Sonne scheint.

Und dann sehen wir den Gletscher. Oder die Reste davon. Man sagte uns, wir kämen ohne Hilfsmittel wie Steigeisen oder ähnliches da rüber. Also los!

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es ist steil und rutschig, aber das Foto täuscht. Es ist noch steiler und noch rutschiger…

Wir finden zum Glück die Fussspuren von unseren Vorgängern. Wir sind erst gegen 9:00 Uhr losgekommen und daher sind alle anderen, die diesen Weg gegangen sind, schon weit voraus. Gut für uns, denn so müssen wir nicht lange nach dem besten Weg durch den Schnee suchen.

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Spuren im Schnee

Oben angekommen haben wir wieder traumhafte Aussicht über die Bergketten. Die Hütte, in der wir heute Nacht schlafen wollen liegt auf 2170 m.ü.M.

Also müssen wir jetzt wieder nach unten steigen. Das geht mächtig in die Knie!!

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Traumwetter und Traumaussicht

Wir folgen den blau-weissen Wanderweg-Hinweisen, die in regelmässigen Abständen auf die Steine gepinselt wurden. Hier muss mal jemand mit Farbe und Pinsel den ganzen Weg gelaufen sein….

Wenn hier Nebel wäre, wären wir vermutlich sehr, sehr aufgeschmissen. Übrigens haben wir über weite Strecken kein Netz, was in einem Notfall auch nicht so lustig wäre. Darum sind die Hütten untereinander sehr eng verbunden und wissen, wieviele Personen von wo nach wo unterwegs sind. Und wenn man dann nicht ankommt, dann fangen sie an zu suchen.

Hier müssen wir also runter und dann immer weiter durch’s Tal.

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Cna. dil Terri, das ist unsere Hütte. Selten steht auf den Schildern, wie weit es noch ist. Ist das gut oder nicht so gut?

Auf dem Schild darunter ist die Motterascio Hütte angekündigt. Die hätten wir auch nehmen können, heben uns das aber für morgen auf. Eine kurze Erholungstour wird das dann morgen.

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Wanderrouten-Schilder leider / zum Glück ohne Zeitangaben

Und die Wanderung durch das Tal zieht sich und zieht sich. Für mich ist dieser Teil der anstrengendste. Ich finde es viel einfacher, mal eine Stunde über den Gletscher zu latschen oder einen steilen Abstieg hinunterzukraxeln, als 2 Stunden oder länger einfach nur geradeaus durch ein Tal zu wandern.

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Latsch, latsch, latsch, latsch……

Landschaftlich ist die Gegend wirklich interessant, andererseits aber irgendwann auch langweilig, weil man mehr oder weniger immer dasselbe sieht. Grau, braun, weiss. Der Himmel ist immerhin blau. 🙂

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kleine Bäche schlängeln sich durch’s Tal.

Oh, da kommt die Abwechslung!! Steinböcke! Gleich vier Stück! Ich wäre in meinem Latsch-Modus fast vorbeigelaufen, aber die Jungs haben sie entdeckt. Und Sohn 1 mit seinem äh meinem (!) super-zoom-Objektiv hat sie nah herangeholt.

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Wir treffen auch immer wieder Jäger, die uns fragen, ob wir vielleicht Steinböcke gesehen hätten. „Steinböcke? Nö, keine gesehen….“

Und dann endlich, nach ca. 9 Stunden (inklusive Pausen) kommen wir bei der Terri Hütte an. Das Basler Pärchen von gestern ist schon seit 3 oder 4 Stunden hier und ist nur 20 min. vor uns aufgebrochen. Ich denke, sie haben erstens leichtere Rucksäcke und zweitens machen sie weniger Pausen.

Auf dem Menüplan steht „Spaghetti Bolo“ und alle sind im Nu wieder erholt. 🙂

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die Hütte mit dem besten Essen. 😉

Auch hier melden wir uns wieder an und bekommen unsere Betten zugewiesen. Diesmal ist das Zimmer noch grösser und es hat bestimmt 20 Betten, die aber gar nicht alle besetzt sind. Also wird es auch in dieser Nacht relativ ruhig bleiben.

Die Hütte bietet ebenfalls ein 4-Gang-Menü. Suppe, Randensalat (rote Beete), dann die Spaghetti und zum Schluss wieder Dessert.

Wir sitzen diesmal nicht mit den Baslern am Tisch, aber mit einem anderen Pärchen, das auch von der Medelshütte kam. Irgendwie laufen eben doch alle die selben Strecken.

Die Waschräume sind hier auch nicht geheizt, dafür gibt es gar nicht erst eine Dusche. Wir sind nun also schon den zweiten Tag ohne Dusche. Alle anderen aber auch und somit ist es auch wieder egal. 🙂

Nach diesen 9 Stunden, die wir unterwegs waren, sind wir so todmüde, dass wir bereits kurz nach 21:00 Uhr ins Bett fallen.

Schritte heute: 26’621

 

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