mein Samstag

als ich heute morgen schnell mit dem Fahrrad zum Dorflädelchen fahren wollte, um Brötchen und Croissants für unser Frühstück zu kaufen, sah ich, wie bereits die ersten Autos Richtung Parkplatz (auf einer Wiese) gewiesen wurden, weil heute nämlich in unserem kleinen, pupsigen Dörfchen ein grosses Schwingfest stattfand.

Mehr aus Neugierde als aus tatsächlichem Interesse an dieser Veranstaltung, sind der Herr des Hauses und ich am späten Vormittag mal hingelaufen. Wenn es nun schon direkt vor der Haustüre stattfindet sozusagen.

Schwingen ist ein Schweizer Volkssport. Im Prinzip ein bisschen wie Ringen, aber eben doch irgendwie anders.

Der „Ring“ besteht aus einem Haufen Sägemehl, der kreisförmig auf einer Wiese angehäuft wird. Die beiden Sportler tragen eine ganz normale Jogginghose und darüber eine Überhose.

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An dieser Hose darf man den Gegner packen. Und (ich glaube) nur an dieser Hose. Und wie beim Ringen muss man versuchen, den anderen mit beiden Schultern auf den Boden (in die Sägespäne) zu drücken. Das ist gar nicht so einfach und so manch einer hatte die Sägespäne im Gesicht, im Mund, in den Haaren und auch sonst überall.

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mit den Beinen darf man auch versuchen, den anderen auf den Boden zu werfen.

Ein bisschen sieht es auch wie Sumo-Ringen aus. (und die Teilnehmer manchmal auch….)

Eine sehr schöne Geste ist, dass der Sieger der Runde, seinem Gegner den Rücken abputzt, der ja – weil er verloren hat – total voll ist mit Sägemehl.

Dazu gibt’s dann noch eine Jodeltruppe, zwei Alphornbläser und Ländlermusik (hier ein willkürliches Beispiel für so eine Ländlertruppe.)

Als Preis gibt es meistens ein Rind. Dieses hier steht nur als Symbolbild. Sie war ganz allein und sah aus, als wollte sie gleich ausbrechen. Aber ich glaube, sie war nicht der Preis.

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Muuuuuuuhhhhhh

Anschliessend machten wir noch ein bisschen Unordnung im Garten. Viel grösser als das, was man hier unten sieht, ist der Garten übrigens nicht. Es geht rechts nochmal gleichbreit weiter, dann ist Schluss. Und vorne, wo die blaue Plane endet, beginnt die Terrasse und dann kommt schon das Haus. Der Rasen wächst immer sehr wild und wüst in die Böschung hinein und das sieht dann irgendwann nicht mehr schön aus. Also begrenzen wir den Rasen mit diesen riesigen Steinen, die wohl eigentlich so Trittsteine für einen richtigen grossen Garten sein sollen. Wir stellen sie hochkant in die Böschung und es sieht noch cool aus. Finde ich.

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ein Schlachtfeld…..

Neben dem Teich, der auch wieder ziemlich zugewuchert ist, sitzt ein Buddha. Er hat mir einfach gefallen und nun sitzt er eben da. 🙂

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die beiden Enten geniessen die sonnigen Stunden.

Und dann entdeckte ich in einem schon ziemlich vertrockneten Topf, in dem letztes Jahr die Tomaten wuchsen (oder auch nicht…..), ein Büschelchen mit Gänseblümchen. Das konnte ich nicht einfach so wegschmeissen. Also bekam es einen Platz neben dem Teich und begrünte somit gleich die kahle Stelle, wo erst noch Gras nachwachsen muss.

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sieht ein bisschen aus wie ein Grab…… aber das ist nur dieser Ausschnitt. Im Ganzen erkennt man schon, dass es natürlich kein Grab ist! 🙂

Abends wurde dann spontan mit Nachbars noch der erste Grillabend eingeläutet und die Kinder verteilten sich. Bei Sohn 3 schläft ein Freund (von ca. 5 Häuser weiter oder so) und Sohn 2 schläft dafür bei Nachbars (genau ein Haus weiter 🙂 )

Sohn 1 war den ganzen Tag irgendwo in der Stadt unterwegs, kam aber sehr moderat schon gegen 23:00 Uhr wieder nach Hause, weil er morgen noch ein Hockey-Spiel hat. Hach, wie vernünftig. 🙂

So, dann wünsche ich euch noch einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

Bis bald 🙂

 

wer die Wahl hat …

… hat die Qual 🙂

Nachdem ich fast ein Jahr lang gewartet, in einem Telefonat ein paar Fragen zur Schweiz, deren Kultur, Sehenswürdigkeiten und Politischem System halbwegs gut beantwortet und noch viele, viele Dokumente versendet hatte, bekam ich vor ein paar Wochen tatsächlich den positiven Einbürgerungsbescheid!! Tadaaa, ab jetzt bin ich Doppelbürgerin von Deutschland und der Schweiz. Schön. 🙂 (gekostet hat der Spass übrigens mehr als 700.- Schweizer Franken…..)

Und da musste ich mir natürlich auch sofort eine Identitätskarte und einen Pass machen lassen. (Pass wäre eigentlich gar nicht so wichtig gewesen, gab es aber im Paket mit der ID zu einem guten Preis.)

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So, und um jetzt wieder auf den Titel dieses Eintrags zurückzukommen:

mit der Staatsbürgerschaft der Schweiz habe ich jetzt natürlich auch die Pflicht das Recht, an den unzähligen Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen.

Heute kam nun also mein erster Stimmrechts-Ausweis:

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Ich habe also noch ein paar Tage Zeit, um mich zu entscheiden…..

Und worum geht’s?

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Das sind mal 5 Vorlagen für das gesamte Volk. Ausserdem muss darf ich noch ein paar Dinge aus unserem Kanton abstimmen:

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Schon dieses Vokabular macht mich ganz irre!!!

Wow, das ist ja eine ganze Menge, so für’s erste mal….

Ach so, da ist ja sogar noch mehr!!! In unserer Gemeinde muss darf ich ja auch noch mitreden. 🙂

Wer soll der neue Gemeindepräsident werden? Wer soll neu in den Schulrat? Und wer ins Wahlbüro?

Man, man, man, da passt es ja gut, dass das nächste Wochenende so schön lang ist. Ich glaube ich muss mich da erstmal reinlesen. Zum Glück gibt es zu all den Punkten auch noch Erklärungen und Meinungen und Empfehlungen vom Bundesrat, usw.

Tja, ich bin dann wohl mal am Lesen. 😉

Unser langes Wochenende

So, jetzt bin ich seit 2 Tagen wieder in der Zivilisation….. 😉

Es gab tatsächlich in der Berghütte kein WLAN und das war mir dann zu mühsam mit dem Handy im blog zu schreiben. Darum also nun hier nachträglich:

Wie immer gab eine grosse Auswahl an Schuhen, die wir unter 4 Familien aufteilen konnten. 😉 (und das sind natürlich noch lang nicht alle!)

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braucht noch jemand Schuhe?

Für die, die es interessiert: wir waren im Ort „Les Rasses/Bullet“ in der Nähe von Yverdon.

Nach unserer Ankunft am Donnerstag Nachmittag verteilten wir die 6 Zimmer: 3 grosse Teenager-Jungs zusammen, 3 kleine Teenager-Jungs zusammen, 4 Teenagermädchen zusammen und dann noch 7 Erwachsene in 3 Zimmern

Es gab Kaffee und selbergebackenen Kuchen und wir chillten erstmal ein bisschen. Immerhin war ja Feiertag. 🙂

Dann suchten wir uns ein Ziel für den nächsten Tag und das erste Kochteam machte sich langsam an die Arbeit, um für alle das Abendessen vorzubereiten.

Da ich ja bekanntermassen eine Kochniete bin, sind wir jeweils für das Frühstück zuständig und die anderen Familien jeweils für das Abendessen. Das hiess für mich, jeden Morgen mit dem Auto (ja, ich hätte auch rüberjoggen können 😉 ) ins nächste Dorf fahren und in der Boulangerie das vorbestellte Brot abholen.

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2 Kilo sollten reichen. Mega knusprig und frisch!! Hmmmmm

 

Nach einem ausgiebigen, leckeren Frühstück machten wir uns dann auf in Richtung „Creux du Van„. Wir waren da schon mal vor ein paar Jahren, aber es war auch diesmal wieder sehr eindrucksvoll.

Zuerst wandert man über so liebliche Wiesen mit Blick auf die Alpen.

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Und dann kommt man an ein kleines Mäuerchen, dass aber niemanden davon abhält rüberzuklettern. Denn wenn man nicht rüberklettert (oder sich durch die vereinzelten Durchgänge zwängt), kann man ja gar nicht den Creux du Van sehen!

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Also links im Bild ist die steile Felswand und wer ganz genau hinsieht, kann oben an der Kante auch ein paar Menschlein sehen.

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und alles ohne nochmal eine Extra Abschrankung oder einen Zaun oder so…..

 

Wir suchten uns ein paar trockene Äste und machten noch ein kleines Feuer, um unsere Würste zu braten. Zum Dessert gab’s für die, die das mögen, noch ein paar verkokelte Marshmallows.

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hier sind sie noch jungfräulich weiss, aber nicht mehr lange…..

Von dort aus sind wir noch in ein recht chaotisches aber uriges Bergrestaurant gewandert, die Kinder haben Eis gegessen, die Erwachsenen teilweise Kaffe getrunken und dann ging es schon wieder zurück in unsere Hütte, wo dann das zweite Kochteam einen leckeren Curry-Reis mit Huhn zubereitete.

Am Samstag machten wir einen Ausflug in ein Schloss, um den Kindern auch noch ein bisschen Kultur nahezubringen…… und legten uns anschliessend am Neuenburger See in die Sonne.

Sehr gechillt das Ganze:

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Die Kinder und auch 2 Erwachsene waren sogar im eiskalten Wasser !!! (ich nicht…..)

Abends gab’s dann vom dritten Kochteam eine Riesenportion Spaghetti für alle.

Und schon war die Zeit wieder um, es war Sonntag und wir mussten unsere Sachen packen, die Zimmer aufräumen, saugen, das Haus putzen und den Schlüssel abgeben.

Zum Abschluss fuhren wir mit bereits gepackten Autos noch einmal an die selbe Stelle am See, nahmen all unsere Reste mit (Würste, Kuchen, Käse, Brot, usw.) und machten dort ein kleines Picknick. Am Nachmittag machten wir uns alle wieder auf den Heimweg.

Wir machen diese Fahrten jetzt schon bestimmt zum 4. oder 5. mal. Und spannend ist es dadurch, dass nicht immer die gleichen Familien dabei sind. Meistens gibt es schon einen Kern, aber dann schliessen sich mal diese und mal jene an und alle verstehen sich eigentlich immer gut, auch zwischen den Kindern gibt es so gut wie keinen Streit und so gut und gerne würden sie nie im Leben mit uns wandern, wenn nicht so viele andere noch dabei wären. 🙂

Leider habe ich nicht viel mehr Fotos als diese (aus Gründen….), aber ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Eindruck von unserem Wochenende übermitteln.

Und was Sohn 1 in der Zeit so ganz alleine Zuhause veranstaltet hat, das erzähle ich euch vielleicht ein andermal….. 🙂

das wird ein Tag heute….

Obwohl Feiertag ist, bin ich schon um 6:00 Uhr wach und stehe auch auf. Das ist meine innere Uhr, da kann ich nicht anders. Und wenn ich einfach liegen bliebe, wäre ich den ganzen Tag irgendwie so gerädert. Also stehe ich auf und füttere die Katzen. 🙂

Niemand hat über Nacht die Katzentür geschlossen. Somit sind heute Morgen beide Damen hier im Haus und bis jetzt habe ich auch noch keine unerwünschten „Geschenke“ entdeckt. 😉

Anschliessend beginne ich zu schreiben, denn Frau Brüllen möchte es ja jeden fünften wissen: „was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Heute wird ziemlich viel los sein, aber ich weiss noch nicht, ob ich immer schreiben und vor allem auch veröffentlichen kann, denn wir werden viel unterwegs sein. Darum schreibe ich jetzt schon mal schnell ein bisschen was:

4 von 5 fahren heute in ein langes Wochenende zusammen mit noch 3 Familien aus dem Dorf und der Umgebung. Der, der nicht mitfährt, ist Sohn 1. Ich beneide ihn ein bisschen, einfach so mal 3 Tage komplett alleine zu sein…..

Aber wir werden es natürlich auch schön haben!!!

Zuerst ist aber neben Auffahrt/Himmelfahrt auch noch Banntag (da laufen wir nachher mit vielen Bürgern aus dem Dorf und dem Dorfpräsidenten die Gemeindegrenze (den Bann) ab, um zu kontrollieren, ob die Franzosen nicht eventuell über Nacht die Grenzsteine ein bisschen zu ihren Gunsten verschoben haben…. 🙂 )

Ok, jetzt gehe ich erst mal duschen, dann werde ich das Frühstück mit selbstgebackenem Zopf vorbereiten und dann sehen wir weiter.

Fortsetzung folgt (hoffentlich….)

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okay, kurz vor der Abfahrt gibt es jetzt noch ein kleines Update:

Kurz nach 9 verabschiedeten sich der Herr des Hauses und Sohn 2, denn die gehen heute auf so eine Gamer-Messe in Basel (Fantasia oder so) und kommen später dann mit dem Zug zu uns.

Sohn 3 verabschiedete sich dann ebenfalls, denn der muss am Banntag singen, wie alle Kinder aus der Primarschule und dem Kindergarten.

Die singenden Kinder locken natürlich sehr viele Eltern und Grosseltern in die Mehrzweckhalle und so nutzen die beiden Vertreter der jeweiligen Kirche ihre Chance und machen auch gleich noch einen ökumenischen Gottesdienst.

Naja, das ist dann nicht so meins, aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen……

Und was auch nicht fehlen darf am Banntag ist das Baselbieter Lied, dass die ganze Halle (ausser mir und ein paar anderen nicht so singbegeisterten) lautstark mit Orchesterbegleitung daherschmettert.

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Wenn jemand eine Übersetzung möchte, bitte melden. 🙂

Ich war also zwischen 10.00 und halb 12 (puh, ja so ein Gottesdienst und die vielen Lieder, das dauert…..) in der Mehrzweckhalle.

Den Bann bin ich nicht abgelaufen, das überlasse ich Sohn 3 und den anderen. (zu viele Leute und – ja, so eine Massenwanderung bereitet mir eben Unbehagen)

Jetzt habe ich noch ca. 2 Stunden Zeit bis zur Abfahrt. Ich muss darf ganz alleine das Auto packen und stehe vor einer grossen Herausforderung, denn dieser Haufen hier

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und noch eine weitere von diesen grauen Kisten….

und fast der gesamte Inhalt des Kühlschranks…

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Gruppenverpflegung

müssen irgendwie solide und ordentlich in den Kofferraum gepackt werden.

Ich glaube, ich fange am besten schon mal an…. 😉

Und wenn wir dann am Nachmittag hoffentlich irgendwann angekommen sein werden, werde ich kein WLAN und kein Laptop mehr haben und daher nur noch einen kleinen Rest über das iPhone schreiben. Wenn überhaupt.

Falls ihr also nichts mehr weiter lest, dann war das immerhin die erste Hälfte meines Tages.

Euch wünsche ich vorsichtshalber schon mal ein schönes Brückenwochenende mit super viel Sonne und endlich ein paar warmen Tagen !!