Das Experiment – Tag 0

DIE KONFRONTATION

gestern Abend, es passte so schön, weil alle zusammen beim Essen sassen, konfrontierte ich die Jungs also mit meinem Plan. Der Herr des Hauses ist übrigens voller Zustimmung, die Argumentation überlässt er aber grösstenteils mir. Darum schreibe ich meistens in der ich-Form.

Jeweils montags und donnerstags so ab 17:30 werde ich ab sofort bis zu den Sommerferien Anfang Juli die Geräte einsammeln und das Internet darf nicht benutzt werden.

Sie haben es relativ gefasst aufgenommen, dann aber trotzdem angefangen, zu handeln. Oder sie haben es zumindest versucht. Sie haben aber insgesamt auch verschieden reagiert.

Sohn 1 fand die Idee super! (so positiv hätte ich das nicht erwartet!) Allerdings findet er das Zeitfenster doof. Warum nicht am Nachmittag so von 3-5 alles abstellen?

-Weil wir unter anderem auch wollen, dass sie nicht jeden Abend mit den Computerbildern ins Bett gehen. Das Experiment könnte vielleicht auch die Schlafqualität verändern.

Sohn 2 hielt sich eigentlich grösstenteils aus der Argumentation raus. Das ist sehr typisch für ihn.

Sohn 3 war aber auch ungewöhnlich ruhig.

Ich glaube, sie hatten ziemlich gut erfasst, dass es an meinem Entschluss gar nichts zu rütteln gab. Wir diskutierten ein bisschen über die Tage, aber letztendlich sind Montag und Donnerstag schon die besten Tage.

Ihre Argumente waren folgende: alle anderen (kennen wir 😉 ) spielen genau immer nur am Abend und genau dann wären sie also nun offline.

Meine Argumente immer wieder von vorne: Aber Jungs, es sind doch nur 2 Abende pro Woche!! Auch das ganze Wochenende könnt ihr spielen. Und wenn sie so Streams gucken „müssen“, die jeden Tag kommen, dann sollen sie sich die aufnehmen und am nächsten Tag gucken. Und dafür dann eben auf etwas anderes verzichten.

Sohn 1 sehr clever: Selbst wenn ich also um 17:00 Uhr eine Stunde joggen gehe, dusche, danach dann mein Zimmer aufräume, dann noch meine Schulsachen sortiere und ein bisschen lerne, etwas esse, selbst dann wird es erst so 20:00 Uhr sein. Was mache ich denn dann den Rest des Abends????? Soll ich schon schlafen gehen?

Ich werde sie nicht daran hindern, wenn sie um 20:00 Uhr schlafen gehen wollen. 🙂

Ich wollte ihnen eigentlich keine Beispiele nennen, was sie machen sollen, schon gar nicht auf Schule bezogen, da sollten sie selber drauf kommen. Aber ich habe ihnen dann doch vorgeschlagen, vielleicht ein Buch zu lesen? (meist haben sie auch Bücher, die sie für die Schule lesen müssen.) Vokabelkarten schreiben? Etwas zeichnen ?(Sohn 1+2 sind beide gar nicht so unbegabt im Zeichnen.) Alle drei Jungs könnten einkaufen gehen und dann etwas kochen. Sie könnten zusammen etwas spielen, einfach mal nur „reden“ 🙂

Das beste Argument, das sie brachten war, dass sowohl der Herr des Hauses als auch ich an diesen beiden Abenden gar nicht zu Hause sein werden. Also der Herr des Hauses kommt nicht vor 19:00 Uhr und ich komme sogar erst so gegen 22:00 Uhr nach Hause. Es fehlt also in der Zeit von ca. 18:00 – 19:00 oder später die Kontrolle.

„Ihr könnt ja gar nicht kontrollieren, ob wir tatsächlich nicht gamen oder sonst irgendwie am Computer oder iPhone hängen.“

Stimmt Jungs. Aber ich habe sehr deutlich gesagt, dass das alles auf einer Vertrauensbasis stattfinden soll. Und wenn wir ihnen da nicht vertrauen können, dass sie sich an die Regeln halten….. na Danke schön.

Ich hoffe, dass das schon gewirkt hat. Wir werden sehen.

Denn: der Herr des Hauses könnte unser WLAN so programmieren , dass es sich von selbst an diesen beiden Tagen zur entsprechenden Uhrzeit abstellt. Das ist aber sehr kompliziert und er möchte lieber nur die Geräte einsammeln, alles in einer Kiste verstauen und am nächsten Morgen können sie alles wieder abholen.

Ist ein bisschen so wie auf den Klassenreisen heutzutage. Da müssen auch die Geräte am Abend abgegeben werden. (Und ich weiss von Sohn 1, dass „man“ dann immer ein olles Zweitgerät dabei hat, das man stattdessen abgeben kann…… Das sollen sie hier mal versuchen, die Bengel. 😉

Wir sind also momentan in der Testphase. Wenn es nicht geht, weil das Internet da ist und sie dann nicht widerstehen können, dann müssen wir es eben doch abstellen.

Naja, da nun diese Elektronik-Sperre auch für mich gelten wird, bin ich heute und an den nächsten Montagen und Donnerstagen von ca. 17:30 Uhr bis Betriebsschluss offline.

Mein Bericht über Tag 1 des Experiments folgt dann also erst morgen. Oder auch erst übermorgen. Mal sehen.

Und heute Abend, wenn ich dann von der Arbeit komme, dann haben die Jungs hoffentlich schon die Unmengen an Schnee weggeschaufelt, die für heute angesagt worden sind. Da haben sie schon gleich eine Aufgabe. 🙂

Das Experiment

Es gibt eine Frau in meinem Bekanntenkreis, wenn ich mich mit ihr unterhalte, bin ich immer total inspiriert, hier in der Familie in erzieherischer Hinsicht alles umzukrempeln.

Sie hat nicht unbedingt die selbe Situation wie wir hier, denn sie ist erstens 10 Jahre älter und hat nicht drei Söhne sondern drei Töchter. Gegensätzlicher kann es ja fast nicht sein. 😉

Ok, trotz allem kam ich heute also mal wieder höchst inspiriert nach Hause und irgendwann an diesem Wochenende, wenn es grad gut passt, werden wir die Kinder mit dem Experiment konfrontieren.

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Ab nächster Woche werden wir an zwei Tagen pro Woche am Abend – ich dachte so ab 18:00 Uhr – das Internet abstellen und alle elektrischen Geräte einsammeln.

 

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Waaaaaahhhh, das wird einen Mega-Protest geben, fürchte ich. Mal sehen. Es darf auch diskutiert und eventuell ein bisschen über die Uhrzeit verhandelt werden, aber eigentlich steht mein Entschluss schon fest, da will ich gar nicht dran rütteln. Und ich selber werde mich natürlich auch gewöhnen müssen, dass ich dann an zwei Abenden kein Internet mehr habe……

Was sie dann mit ihrer Zeit und vermutlich zunächst unendlich grossen Langeweile anfangen werden, das wird sich zeigen. Ich mache ihnen da keine Vorschriften, denn sie sollen selber drauf kommen, was man so alles machen kann. Muss auch nicht unbedingt immer etwas für die Schule gemacht werden. Auch das dürfen sie selber entscheiden. Vielleicht fangen sie an, Radio zu hören? 😉

„Möchtet ihr eure Zeit in eure Zukunft oder in eure Trägheit investieren?“ Das werde ich sie fragen.

Und warum das alles?

Naja, der Konsum hat einfach in letzter Zeit immer mehr zugenommen. Die Jungs kommen nach Hause, essen etwas und setzen sich dann sofort vor die Kiste und zocken oder gucken Videos. Wir haben ihnen erfolgreich den Fernseher vorenthalten, aber beim Computer hat es nicht geklappt. Und ob jetzt einer vor dem Fernseher klebt oder ein YouTube-Video anguckt, ist ja ziemlich das gleiche.

Sohn 1, der bisher auf’s Gymnasium geht, kommt nicht mehr mit, fällt massiv in den Leistungen ab und hat entschieden, lieber eine Ausbildung zu machen. Hat aber erst eine Bewerbung geschrieben. Er hätte so viel Potential, das er leider nicht nutzt. Es ist sehr schade!

Sohn 2, der im Sommer mit der Schule fertig ist (9. Klasse), hat sich bei mehreren weiterführenden Schulen beworben, aber bisher nur Absagen bekommen, weil auch bei ihm die schulischen Leistungen zu schlecht sind. Sie sind nicht richtig schlecht, aber für diese Schulen reicht es eben nicht. Eine Ausbildung will er eigentlich nicht machen, weil er gar nicht weiss, als was…… (wusste ich nebenbei bemerkt mit 14 auch noch nicht. Noch nicht mal mit 17 wusste ich das….)

Sohn 3, der noch in die Grundschule geht, tritt in die Fussstapfen seiner Brüder und wird immer nachlässiger und lustloser. „Schule ist doof“. Auch er hat grosses Potential, denke ich. Bei ihm ist hoffentlich noch am meisten zu retten, allerdings rechne ich hier auch mit dem grössten Widerstand…..

Ich erwarte nicht, dass die Jungs wegen zwei internetfreier Abende plötzlich die Schule lieben werden. Auch nicht, dass sie plötzlich zu Strebern werden, aber ich erhoffe mir, dass sie wieder ein bisschen anfangen zu denken, sich bewusst werden, dass es noch etwas anderes im Leben gibt als nur den Computer und dass nach ein paar Wochen (ich will mal optimistisch denken…..) doch eine Veränderung eintritt. In welcher Form auch immer.

Wir begrenzen das Experiment zunächst mal bis zu den Sommerferien, also ist der Zeitraum (ca. 4 Monate) absehbar und ich denke auch, weil es nur 2 Abende pro Woche sind, ist es nicht so krass, wie wenn man jetzt 2 Wochen am Stück alles abstellen würde oder noch länger.

Zwei Abende pro Woche geben einem die Möglichkeit, etwas anderes zu machen, mal abzuschalten (im wahrsten Sinne des Wortes), sich wieder zu besinnen, aber trotzdem online auf dem Laufenden zu bleiben oder bei Games nicht den Faden zu verlieren (sie spielen da teilweise in Teams, die dann auf sie warten usw.).

Ihr dürft mir sehr gerne die Daumen für dieses Experiment drücken!!  🙂

ups, da hat’s nochmal geschneit….

DAS hätte ich jetzt also wirklich nicht erwartet und erhofft schon grad gar nicht. Mann, es war doch schon Frühling!!!!

Heute Morgen sehe ich eine mindestens 2cm hohe Schneedecke (naja, vielleicht auch 4cm… 😉 ), die Katzen sind etwas zögerlich beim Rausgehen, Sohn 3 ist total happy und ich so naja….

Jetzt sitze ich erstmal ein bisschen auf dem Sofa, dann schippe ich vielleicht ein bisschen Schnee um’s Haus rum (finde ich immer so sinnlos während es noch schneit. Sisyphus lässt grüssen.) und dann gehe ich schwimmen. Soll’s doch draussen schneien wie es will. 🙂

Katzen hüten und Sonne

so, das Katzenhüten ist vorbei. Sohn 3 bekam seine 25.- (obwohl ich wegen „mirwirdschlecht“ dann doch das Klo machen musste…..) und ich bin sicher, das Katerlein ist mega happy, dass seine Familie jetzt wieder zu Hause ist. Denn so ganz alleine jeden Tag und in der Nacht, das muss schon sehr langweilig gewesen sein für ihn. Wir waren pro Tag ja auch nur 2-3 mal drüben und haben dann so 5-10 Minuten mit ihm gespielt.

Gleichzeitig habe ich noch die Katze von der anderen Nachbarin gefüttert und bekam als Dankeschön keine 25.- sondern dies hier:

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eine Bündner Nusstorte. Die hat’s in sich…..

Sieht von aussen ganz harmlos aus, aber das täuscht……

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schon diese Grösse ist fast zu viel. Macht unglaublich satt, diese Füllung, ist aber sooooo lecker!!!!! 🙂

Und dann bricht heute hier der Frühling aus. Aber sowas von.

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also raus mit dem Liegestuhl und ein bisschen die Wärme und das Licht geniessen.

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In der Wiese spriesst es und die Insekten freuen sich und summen und brummen.

Und weil das Kätzchen sich so dekorativ hingesetzt hat, darf es auch fotografiert werden und in den blog. 🙂

Der Blick geht in Richtung Teich, aus dem sie immer trinken. So lecker finde ich das teilweise nicht, aber durch ausgiebigen Regen, wird das Wasser wohl schon immer mal wieder aufgefrischt….. oder?….

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brave Katze.

Sie hat also Durst. Man beachte die elegante Beinstellung beim Trinken. Sie steht quasi nur auf einem Bein. Ist sicher sehr bequem…..

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lecker Teichwasser…… :-/

So, dann wünsche ich euch noch einen schönen Rest-Sonntag und hoffe, das auch bei euch so schön die Sonne scheint und der Frühling mit aller Kraft nach vorne drängt. 🙂

Update Katzenklappe

So schnell kann’s gehen. Und schon kommt Katze Nr. 2 nach Hause. Sie steht auf der Terrasse und verlangt Einlass. Durch die Klappe kommt sie ja nicht……

Ok, sie darf erst ein bisschen fressen, dann versuchen Sohn 3 und ich, die Klappe auch auf Katze Nr. 2 zu programmieren.

Sohn 3 öffnet das Fenster, in das die Klappe eingebaut ist, komplett (so ist es beweglich und vielleicht können wir das Fenster über die Katze „schieben“ …..) und ich nehme die Katze auf den Arm. Sohn 3 startet die Programmierung und ich schiebe…..

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Hahahahahaha. Witz komm raus!!! Hatte irgendjemand daran geglaubt, dass sich eine Katze durch so eine Klappe schieben lässt? Eine Klappe, die nicht viel grösser ist als sie selbst? Eine Klappe, die nieselnagelneu ist und daher für die Katze ganz merkwürdig riecht? *knurr-fauch-kratz-fauch-knurrrrrr* Never ever!!!

Ähm, also dieser Versuch wurde nach kürzester Zeit abgebrochen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die Klappe wieder auszubauen und sie nach der selben Methode wie schon mit Katze Nr. 1 im Wohnzimmer über die Katze zu stülpen.

Zum Glück ist der Ein- und Ausbau wirklich sehr schnell und einfach gemacht.

So. Jetzt sind beide Katzen programmiert und die Klappe sollte funktionieren.

Was jetzt noch fehlt ist ein Sensor, der die Klappe verschliesst, sobald eine Katze mit irgendwelchem Getier (tot oder lebendig) ankommt. Das ist leider noch nicht erfunden worden….. 😉

 

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