Cheers !!

so, gestern war ich zu besoffen zu müde, um noch zu schreiben. Heute bin ich aber wieder fit und auch absolut kopfschmerzfrei. Waren also alles gute Qualitätsweine, gestern :-).

Gestern kam er nun, der Herr – nennen wir ihn doch der Einfachheit halber Blümel.

Pünktlich 18.00 Uhr klingelt es. Herr Blümel kommt in Jeans und Jackett. Er hat einen Rollkoffer, so einen kleinen aus Hartplastik, dabei, in dem wohl seine Kostbarkeiten lagern.

Er ist ein bisschen nervös, lacht ein bisschen zu viel über seine eigenen Sprüche und gratuliert uns erstmal ganz herzlich zu unserem Wahnsinnsgewinn. 4 Tulpengläser, die er sogleich auspackt und stolz präsentiert……

Tulpengläser

…… bis er selber merkt, dass sie ähm, räusper, ups, nicht ganz sauber sind….

dreckige Tulpengläser

Tja, die packt er schnell wieder in den Karton, gibt sie mir aber trotzdem. Kann man ja abwaschen ;-).

Und dann also zur Sache.

Wir nehmen unsere eigenen Gläser (im Gegensatz zum „echten“ Herrn Blümel, der ja seine Gläser immer dabei hat) und er fängt mit Weisswein an.

Mit einem ganz süssen, frischen, der selbst mir alten Rotweinsäuferin ungewöhnlich gut schmeckt.
Danach einen noch süsseren, der fast schon wie Traubensaft für Kinder schmeckt. Solche Weine sind gefährlich, denn man trinkt den so weg und merkt gar nicht, dass der doch immer noch 10.5% vol. hat.

Nun kommt zum Schluss noch ein eher trockener herber Weisswein.
Er erklärt uns, dass man die süsseren eher so als Aperetifweine trinkt oder als Dessertweine. Den dritten zum Essen.
Aha. Also eine Flasche aufmachen zum Aperitif. Dann die nächste zum Essen öffnen (und auch trinken!!) und zum Schluss noch eine dritte Flasche zum Dessert.
3 Flaschen?
Normalerweise trinken wir mal an einem Wochenende ein Gläschen Wein. Dafür müssen wir wohl oder übel eine Flasche öffnen. Die ist aber lange noch nicht leer nach dem Wochenende…….
Und jetzt sollen wir 3 Flaschen an einem Essen aufbrauchen???? Nie im Leben schaffen wir das!

Ok, so langsam merkt er wohl, dass wir nicht das grosse Geschäft für ihn sind…..

Wechselt er also zum Rotwein. Er hat wahrscheinlich ebenfalls gemerkt, dass er mit mir den Deal machen muss, nicht mit dem Herrn des Hauses, der sich als noch seltener Weintrinker als ich outet.

Die Rotweine werden von Flasche zu Flasche …. äh, hier fehlt mir ein passendes Adjektiv. Wie sind denn die Weine so? Den einen nannte er „samtig“. Das war nicht so meiner. Dann wurden sie „holzig“, was aber meine eigene Wortkreation war. Diese im Fass gereiften Weine liegen so „pelzig“ auf der Zunge……

Er giesst uns immer nur so ein ganz kleines Schlückchen in die Gläser („ich möchte Sie ja nicht abfüllen“) und trinkt – im Gegensatz zum echten Herrn Blümel – auch selber nicht mit.
Dieses Schlückchen sind für mich immer so 2-3 Schlückchen. Also spüre ich – auch aus Ungewohnheit natürlich – nach 3 Weissweinen und sicher 6 Rotweinen schon leicht den Alkohol…. hicks. Bin ich zu albern denke ich zwischendurch…..

Denn auch der Alkoholgehalt in den Weinen steigt an. Zunächst waren es noch Weine mit so 10.5 oder 11.5%. Die Rotweine warten mit bis zu 14.5% auf, wenn ich mich recht erinnere. Die sind dann schon ganz schön happig!

Tja, so langsam merkt man, dass er zum Ende kommen möchte, denn wir sind ja offensichtlich keine Grossabnehmer, also was soll er sich noch unnötig lange bei und mit uns aufhalten. Er macht noch einen letzten Versuch mit einem Likörwein, der so süss ist, dass es einen schüttelt. Jetzt gibt er auf und bläst zum Rückzug.

Trotzdem – und das ist ja die Methode – bestellen wir natürlich was, weil er ja nun schon extra zu uns gekommen ist usw.

Minimum sind 12 Flaschen. Pro Sorte??? Hahaha, vorsichtshalber erkundige ich mich mal nach den Haltbarkeitszeiten von Wein…….

Wir können ihn dann runterhandeln auf 12 Flaschen gesamt. 6 + 6
Jetzt bekommen wir 6 rote und 6 weisse. Ist (für uns) immer noch teuer genug, denn das sind natürlich keine Aldi-Preise. Da kosten die Flaschen ab 20.- Franken aufwärts….

Naja, jetzt haben wir mal „was Gutes“ im Keller und notfalls auch mal ein schönes Mitbringsel, wenn wir irgendwo eingeladen sein sollten :-).

Ach, und dann am Ende holt er noch die Karte raus, vom Gewinnspiel, die ich eingeschickt hatte und notiert von dort unsere Adresse und alles auf die Bestellung.
Ich gucke nochmal auf die Karte und sehe, dass ich eigentlich nicht den „Trostpreis“, diese 4 Gläser, sondern einen der Hauptpreise gewonnen habe. Das muss ja nicht gleich die Karibikreise sein, aber wenigstens die 4 Tulpengläser „Grand Cru“, die immerhin einen Wert von 40.- haben sollen. Ich habe offensichtlich die Billig-Staubig-Variante erhalten.

Ich glaube, da rufe ich mal an und frage, ob ich nicht eher Anspruch auf die besseren Gläser oder was auch sonst für einen Hauptpreis habe, statt auf diese 4 dreckigen, verstaubten Gläser……

Naja, trotzdem vielen Dank an Herrn Blümel und seine Mühe, die er mit uns hatte. Loriot kannte er nicht!!!!!!! Unfassbar! Wir haben ihm nahegelegt, doch mal auf youtube zu suchen. „Die Weinprobe“. Das sollte er sich unbedingt mal angucken….

🙂

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. menzeline
    Feb 03, 2013 @ 10:45:59

    Also wenn das der Hauptpreis war, dann bestimmt nicht die 4 schmutzigen Gläser, da würde ich mich auf jeden Fall beschweren.
    Darf man fragen, was Sie nun für Weine bestellt haben, die süße Variante, oder doch eher die etwas trockeneren Weine?
    Wenn es die 2 Variante wäre, dann käme ich mal vorbei, dann bräuchten Sie die Weine nicht so lange lagern. *lach*

    Antwort

    • wahnsinn22
      Feb 03, 2013 @ 11:33:37

      Der Weisswein ist ein Chenin Blanc aus Südafrika, Jahrgang 2012. Nicht der ganz süsse, der etwas weniger süsse, aber immer noch leckere :-).
      So für im Sommer auf der Terrasse, wenn’s abends noch warm ist……

      Der Rotwein ist ein Terruno Joven (ein Rioja) aus Spanien. Jahrgang 2011.

      Hey, ich bin ein Weinprofi seit gestern ;-).

      Antwort

  2. bigmama
    Feb 03, 2013 @ 12:50:11

    Hauptpreis : 4 Gläser / eine Karibikreise …
    Hmm- das ist ja echt ein Scherz – da hätten sie Euch mal besser die Weine geschenkt , als die verstaubten Gläser 😉
    Naja , that´s life 🙂

    Antwort

    • wahnsinn22
      Feb 03, 2013 @ 12:55:01

      der erste Preis wäre die Karibikreise gewesen. Wäre gewesen, wohlgemerkt!! Die hat wohl jemand anderes gewonnen. Im Kleingedruckten steht dann „im Wert von 2500.- Franken“ hm, dafür bekomme ich wohl mal grad den Flug in die Karibik. Und dann?

      Da nehme ich schon lieber die Gläser statt der sogenannten Reise. Aber sauber sollten sie schon sein!

      Antwort

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